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Thema: Eiskonfekt mit Xylitol

  1. #1
    HoKi ist offline Schokoholik
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    Standard Eiskonfekt mit Xylitol

    Hallo Arne,

    hast Du schon einmal darüber nachgedacht, ein eigenes Eiskonfekt herzustellen? Eiskonfekt ist ja irgendwie aus der Mode geraten, das war mal "in", als auch das Wort "in" noch "chic" war... also zu einer Zeit, als Kühlschränke und Gefriertruhen noch nicht verbreitet waren. Ich erinnere mich noch aus meiner Kindheit, dass es damals bei uns in der Familie noch ein ziemlich ekliges Eiskonfekt mit viel Kokosfett gab, das ich heute freiwillig nicht mehr essen würde.

    Dennoch halte ich das Thema Eiskonfekt für hochinteressant, und zwar in einer hochwertigen, zuckerfreien Variante mit _wenig_ Kokosfett, dafür umso mehr Xylitol. Aus einem einfachen Grund: der Zahnfreundlichkeit. Das kann man auch noch abends essen, auch wenn man sich schon die Zähne geputzt hat und / oder schon absehen kann, dass man am Ende doch wieder zu faul sein wird, sich die Zähne zu putzen.

    Aufgrund der negativen Lösungsenergie wirkt das Xylitol (sogenannter Holzzucker, ein Zuckeralkohol) genauso wie Kokosfett im Mund kühlend, was ja gerade im Sommer ganz angenehm und auch abends schön erfrischend wirkt. Und die Kariesbakterien versuchen, es zu verstoffwechseln, können das aber genausowenig wie wir Menschen. Nur gehen sie halt dabei zugrunde, die armen...

    Na, wäre das nicht eine gute Idee für Deine Firma? Xylitol ist halt leider ziemlich teuer, aber das fällt bei hochwertiger Schoggi auch nicht so sehr ins Gewicht. Wenn ich mich richtig erinnere, irgendwo um die 40-80 Euro je kg. Aber vielleicht bekommst Du das ja auch billiger.

    Herzlicher Gruß, Dein Holger Kiffmeyer

  2. #2
    Benutzerbild von Arne
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    Standard AW: Eiskonfekt mit Xylitol

    Hallo Holger,

    ich bin gerade ein paar Tage unterwegs und kann mir keine Details zu dem Süßstoff ansehen. Aber was genau ist der Vorteil von Eiskonfekt? Gutes Aroma und "kalt" wiederspricht sich etwas, da sich das Aroma ja erst bei höheren Temperaturen richtig entfaltet. Da wäre gute Schokolade doch fast Verschwendung.

    Liebe Grüße
    Arne
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  3. #3
    HoKi ist offline Schokoholik
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    Standard AW: Eiskonfekt mit Xylitol

    Hallo Arne,

    ich komme auch gerade von einer kleinen Operation zurück, eine ältere Fraktur des Schlüsselbeins, die Platte wurde entfernt. Alles ganz hervorragend gelaufen

    Also, Eiskonfekt ist, trotz des etwas martialischen Namens, nicht wirklich kalt. Es hat lediglich einen kühlenden Effekt auf die Schleimhäute im Mund während es sich auflöst. Es wird grundsätzlich bei Zimmertemperatur genossen. Wie stark dieser Effekt ist, hängt sicherlich von der Menge der kühlenden Inhaltsstoffe ab, insbesondere Xylitol und Kokosfett. Aber es ist sicherlich nicht so stark wie bei Speiseeis. Du kannst den Effekt am einfachsten mit einem guten Zahnpflegekaugummi (enthält Xylitol) oder einem Stück Kokosfett (z.B. Palmin) testen.

    Wie sehr dieser Effekt den Geschmack guter Schokolade beeinflusst, kann ich "auf dem Trockenen" nicht sagen. Der Vorteil liegt meines Erachtens nicht so sehr an der kühlenden Wirkung, das erreicht man heutzutage ja zurecht sehr viel einfacher mit Kühlschrank und Gefrierfach. Das ist eher ein Nebeneffekt, der für manche positiv, für manche negativ sein mag.

    Ich finde den zahnpflegenden Effekt interessant. Es gibt praktisch nichts effektiveres gegen Kariesbakterien als Xylitol, da diese versuchen, ihn zu verstoffwechseln und daran zugrunde gehen. Der Mensch wiederum verträgt Xylitol sehr gut, allenfalls kommt es bei grösseren Mengen, ab etwa 20 Gramm, zu leichtem Durchfall. Für eine optimale zahnpflegende Wirkung sind etwa 2-3 Gramm täglich notwendig. Diese Menge ist mit den im Handel erhältlichen Zahnpflegekaugummis praktisch nicht machbar, nur mit ziemlich teuren Kaugummis aus der Apotheke.

    Bei meinen Recherchen zu Xylitol vor ein- oder zwei Jahren bin ich dann eher zufällig darauf gestossen, dass man es auch für Eiskonfekt verwendet. Heutzutage ist sowohl das Produkt als auch der Name aus der Mode gekommen, wohl eher würde man das ganze dann wohl unter der Rubrik "functional food" vielleicht eher als zuckerfreie "Zahnpflege-Schokolade" benennen und den (leicht) kühlenden Effekt nur am Rande mitnehmen. Ich meine, sogar vor ein paar Monaten was darüber im Deutschlandradio gehört zu haben, im Rahmen eines Berichts über eine Lebensmittelmesse.

    Also, wenn du es mal ausprobieren willst, Xylitol ist in kleinen Mengen in jeder Apotheke erhältlich. 250 Gramm kosten etwa 21,45 Euro, Bestellnummer PZN 2590537. Ich komme leider im Moment nicht dazu, das selbst herzustellen. Aber wenn du es ausprobierst, bin ich gerne Alpha- oder Beta-Tester

    Herzlicher Gruss, Holger


    PS
    Es folgen noch ein paar Infos zu Xylitol, herauskopiert aus einer alten E-Mail an einen früheren Freund:

    >>> schnipp >>>

    Hier ein paar interessante Informationen zu Xylit, Karies
    usw., vor allem aus mir vorliegenden Newslettern und von
    Zahnwissen-Lexikon - Start

    Xylitol
    auch: Xylit, Zuckeralkohol, "Diabetiker-Zucker", Holzzucker; zu den
    nicht vergärbaren Zuckeraustauschstoffen gehörend. X. kommt in der
    Natur in allen Grünpflanzen vor; im menschl. Stoffwechsel kommt es als
    Zwischenprodukt vor; beim Auflösen im Mund tritt eine "erfrischende
    Süße" auf. Die Süßkraft ist mit der des Zuckers vergleichbar, ohne
    seine schädigende Wirkung auf die Zähne zu besitzen. X. wird nicht von
    Bakterien fermentiert (neuere Untersuchungen: s.u.). Bedeutung in der
    präventiven Zahnheilkunde dadurch, dass bei Verzehr eine beträchtliche
    Kariesreduktion auftritt - kein anderer Zuckeralkohol erreicht die
    Werte von X. . Diese Wirkung beruht darauf, dass die Haftkraft der
    Kariesbakterien (Streptococcus mutans) auf der Zahnoberfläche
    herabgesetzt wird. Dadurch können diese vom Speichel leichter
    "weggeschwemmt" werden. Bekannt geworden 1975 durch die "Turku
    Zuckerstudie", wo bereits eine Kariesreduktion von bis zu 90 %
    festgestellt wurde. Eine behauptete remineralisierende Wirkung von X.
    ist nicht belegt.
    Als kariesvorbeugendes Mittel vor allem Einsatz in Kaugummis. Als
    wirksame Dosis wird eine tägliche Zufuhr von 5 - 10 g/Tag angegeben,
    um langfristig einen 70-prozentigen Kariesrückgang zu bewirken.
    Erreicht wird dies beim Erwachsenen mit etwa 6 _hochwertigen_ zuckerfreien Kaugummis
    (Anwendung mindestens zweimal am Tag über einen längeren Zeitraum).
    Dadurch wird der Anteil an Streptococcus mutans sowohl im Speichel wie
    auch in der Plaque abgesenkt.
    Andere Zuckeraustauschstoffe - z.B. Sorbitol - bringen keine
    vergleichbaren Effekte.
    Neuere Studien belegen auch den sog. "Mutter-Kind-Effekt": So hatten
    die Kinder von Müttern mit einem hohen "Streptococcus mutans Befall"
    im Alter von 5 Jahren um bis zu 74 % weniger Karies, wenn die Mütter
    während dem 3. bis zum 24. Monat nach der Geburt des Kindes
    viermal/Tag Xylitolhaltige Kaugummis verwendet hatten.
    Neuere Laboruntersuchungen (Badet, C et al., Archives of Oral Biology
    (2003) stellen bei Laktobazillen und St. mutans die Unangreifbarkeit
    des X. in Frage, da herausgefunden wurde, dass einige Bakterienstämme
    "lernen" können, diesen Zuckeraustauschstoff zu verwerten. In vitro
    ist somit eine Anpassung einiger Lactobacillen-Stämme auf eine
    Xylitol-haltige Umgebung nach einiger Zeit möglich. Ob diese
    Beobachtungen auch in vivo relevant sein werden, wagten die Forscher
    jedoch noch nicht zu prophezeien. Die komplexen Verhältnisse in der
    Mundhöhle könnten den Wert der Laborbeobachtungen deutlich
    relativieren.

    aus: Zahnwissen-Lexikon - Start

    Meine anderen Quellen sagen, dass Xylitol in grösseren Mengen (>30g
    pro Tag) abführend wirken kann, und dass bei erhöhten Harnsäurewerten
    (Gicht) und Fructoseintoleranz Vorsicht angebracht ist. Sonst ist das
    wie gesagt ein ganz natürlicher Stoff, der praktisch in allen Pflanzen
    vorkommt, und somit keine "Chemikalie"...

    <<< schnapp <<<

  4. #4
    Benutzerbild von Arne
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    Standard AW: Eiskonfekt mit Xylitol

    Hallo Holger,


    Zitat Zitat von HoKi Beitrag anzeigen
    Der Mensch wiederum verträgt Xylitol sehr gut, allenfalls kommt es bei grösseren Mengen, ab etwa 20 Gramm, zu leichtem Durchfall.
    Das würde aber den Verzehr des Konfektes extrem begrenzen. Xylitol hat die gleiche Süßkraft wie Saccharose muss also genauso dosiert werden. Wenn wir bei Konfekt / Pralinen mal von einem Zuckeranteil von 40 % ausgehen, wäre der maximale Verzehr bei 50 g Konfekt. Dafür mach ich keine Packung auf

    Und Schokolade zur Zahnpflege anstatt zum Genuss zu essen halte ich für etwas fragwürdig. Selber stelle ich nur Genussprodukte her, d.h. der Genuss steht an erster Stelle. Kennst du Aktion zahnfreundlich - Das Zahnmmaennchen ? Da gibt es geprüfte Süßwaren zum Thema, allerdings bislang keine Schokoladenprodukte. Da wäre nämlich noch die Frage, wie zahnfreundlich eine Kakao-Kokosfett-Xylitol Mischung überhaupt wäre.

    Viele Grüße
    Arne
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  5. #5
    HoKi ist offline Schokoholik
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    Standard AW: Eiskonfekt mit Xylitol

    Zitat Zitat von Arne Beitrag anzeigen
    Das würde aber den Verzehr des Konfektes extrem begrenzen. Xylitol hat die gleiche Süßkraft wie Saccharose muss also genauso dosiert werden. Wenn wir bei Konfekt / Pralinen mal von einem Zuckeranteil von 40 % ausgehen, wäre der maximale Verzehr bei 50 g Konfekt. Dafür mach ich keine Packung auf
    Alter Schlemmer

    Zitat Zitat von Arne Beitrag anzeigen
    Und Schokolade zur Zahnpflege anstatt zum Genuss zu essen halte ich für etwas fragwürdig. Selber stelle ich nur Genussprodukte her, d.h. der Genuss steht an erster Stelle. Kennst du Aktion zahnfreundlich - Das Zahnmmaennchen ? Da gibt es geprüfte Süßwaren zum Thema, allerdings bislang keine Schokoladenprodukte.
    Mensch, Alleinstellungsmerkmal!! Das klingt ja fast so gut wie Monopol! Da müssten bei Dir als Unternehmer ja geradezu die Dollarzeichen in den Augen aufleuchten...

    Zitat Zitat von Arne Beitrag anzeigen
    Da wäre nämlich noch die Frage, wie zahnfreundlich eine Kakao-Kokosfett-Xylitol Mischung überhaupt wäre.
    Also, das müsste schon sehr zahnfreundlich sein, hängt aber ein bisschen vom Säuregehalt der Schokolade ab. Xylitol ist erwiesenermassen sehr gut gegen Karies, Fett ist völlig neutral. Wenn also die Schokolade selbst keine weiteren verwertbaren Kohlehydrate enthält und nicht so sauer ist, dass sie selbst den Zahnschmelz angreift, dann ist das ganze Produkt auch zahnfreundlich.

    Also, jetzt noch mal im Ernst nach den Scherzen oben: ich habe inzwischen mal reine Xylitol-Kaugummis getestet. Habe sie hier in Basel in einer Apotheke gesehen. Dort gibt es auch Xylitol zu vernünftigen Preisen in kleinen Mengen, die mischen damit selber manchmal Mundwasser an. Also, von einem besonders kühlenden Effekt kann keine Rede sein. Den Namen Eiskonfekt kann man also gleich fallen lassen, denn um eines solchen Effektes wegen Kokosfett in die gute Schokolade zu tun, das lassen wir besser - soviel zum Thema Genuss. Aber eine Schokolade herzustellen, die sagen wir einmal 70% Kakao und 30% Xylitol enthält, das halte ich schon für eine gute Idee. Man muss ja nicht gleich 100-Gramm-Tafeln daraus machen, und nicht jeder isst sofort die ganze Tafel auf einmal auf

    Wenn man von dieser Schokolade abends NACH dem Zähneputzen noch ein Stück isst, hat man nicht etwa gesündigt, sondern seinen Zähnen noch etwas gutes getan. Und da Xylitol m. E. keinen negativen Eigengeschmack hat, sondern eigentlich nur wie Zucker schmeckt, sollte auch der Genuss keineswegs leiden, oder?

    Also, lange Rede, kurzer Schluss: was hältst Du von der Idee? Willst Du es mal ausprobieren? Ich würde - bei einem realen Preis - die ersten 300 Gramm abkaufen. Oder Du kannst mir eine kleine Menge (200-300 Gramm) reine Schokoladenmasse zusenden, dann kann ich es auch selber machen und Dir eine Probe zuschicken. Allerdings bin ich nicht wirklich gut darauf eingerichtet...

    Herzlichen Gruss, Holger

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