Geschichte Übersicht - von 1492 bis 1918

Die Geschichte der Schokolade von der Entdeckung Amerikas durch die Spanier bis zum Ende des ersten Weltkriegs.


Hernán Cortés
Hernán Cortés

seit 1492 nach Christus - Hernán Cortés

Die Spanier beginnen unter der Führung von Hernán Cortés mit der Eroberung und Besiedlung der „neuen Welt“ und lernen dabei die Schokolade kennen und schätzen.


Karte von Europa
Europa

seit 1500 n. Chr. - Der Weg nach Europa

Die Schokolade kommt nach Europa. Zunächst nur nach Spanien, später über Italien und Frankreich in die ganze „alte Welt“. Dabei überwindet Sie nicht nur Grenzen, sondern auch Widerstände in Kirche und Medizin.


Kakaokanne, Kupfer
Kakaokanne, Kupfer
Schokoladenhaus
Schokoladenhaus
Kakaokanne, Silber
Kakaokanne, Silber

Barock und Aufklärung

Die erste europäische Blüte erlebte die Schokolade in der Zeit des Barock. Es entstehen sogar eigene „Schokoladenhäuser“ und Schokolade ist das In-Getränk beim Adel und in Teilen des wohlhabenden Bürgertums. Für die Masse der Menschen bleibt Schokolade unbezahlbar. 1776 kostet ein Pound (ca. 453 Gramm) Schokolade der Firma Fry in England 35 Pence. Das entsprach fast dem Wochenlohn eines Landarbeiters.


Conche von Lindt
Conche von Lindt

1800 bis 1900 n. Chr.
Die Schokoladen-Revolution

Das 19. Jahrhundert revolutionierte die Schokolade. Zu Beginn des Jahrhunderts war sie noch ein Luxusgut das in Form von Trinkschokolade genossen wurde. Im Laufe des Jahrhunderts führte in vielen Ländern die Senkung oder der Wegfall von hohen Zöllen und Steuern auf Kakao zu einer Preissenkung. Gleichzeitig wurde der Kakaoanbau ausgedehnt und sorgte für ein zunehmend preiswerteres Angebot. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts löst zudem der Rübenzucker den teuren Import von Rohrzucker ab. Dazu kamen neue Maschinen die erstmals eine Massenproduktion ermöglichten und zugleich die Grundlage für neue Produkte wie Essschokolade, Milchschokolade und Kakaopulver waren. Die Einigung der deutschen Länder führte zudem die deutsche Schokoladenindustrie weiter voran.

Am Ende des Jahrhunderts hatte die Schokolade ihre Form geändert, sie kam nun als Essschokolade oder als leichtes Kakaogetränk zum Kunden. Neue Produkte wie Tafelschokoladen, Pralinen und Hohlfiguren eroberten den Markt. Auch die Käuferschicht hatte sich vergrößert und die Schokolade hatte sich auf den Weg zum preiswerten Massenprodukt gemacht.

Das 19. Jahrhundert in Zahlen:

  • 1826 mélangeur bei Suchard
  • 1828 Hydraulische Kakaopresse
  • 1834 in Sachsen fallen die Binnenzölle
  • 1839 erste Milchschokolade
  • 1848 erste Essschokolade
  • 1853 Steuersenkung in England und Beginn der industr. Konfektherstellung
  • 1870/71 Deutsche Einigung
  • 1879 Conche von Lindt

Weitere Seiten zur Geschichte der Schokolade im 19. Jahrhundert:


Dose - Leichtlöslicher entölter Kakao
Kakaodose
Werbung für Hansi Schokolade
Werbung
Schokoladen Automat - Eierlegende Henne
Automat
Schokoladenform von Anton Reiche 1910
Form

1900 bis 1918

Nach 1900 geht der Boom der Schokoladenindustrie zunächst ungebremst weiter. 1914 gibt es bereits 180 Schokoladenfabrikanten in Deutschland. Innerhalb weniger Jahre kommt es zur Verdopplung von Kakaoanbau und Konsum. Der Pro-Kopf-Verbrauch steigt in Deutschland von 300 g im Jahr 1901 auf 640 g im Jahr 1910. Bis 1911 erreicht der Rohkakaoimport nach Deutschland 50.900 Tonnen, das ist fast das 23-Fache des Importes von 1880 (2.247 Tonnen).

Auch die Form der Präsentation ändert sich. Um 1900 werden die Pralinen überwiegend noch unverpackt in großen Gläsern angeboten und stückweise verkauft. Nun kommen auch erste Pralinenschachteln auf den Markt. 1910 brachte Sarotti erstmals eine neuartige luftdichte Verpackung auf den Markt die S-i-Verpackung genannt wurde. Damit konnte die Ware bereits in der Fabrik verpackt und geschützt vor Staub und Luft bis zum Konsumenten gelangen. Anfänglich waren diese Pralinenkästen reinste Schatztruhen aufwendig gearbeitet und geschmückt.

Ebenfalls 1910 errichtete der Schweizer Robert Victor Neher das erste Walzwerk zur Herstellung von Aluminiumfolie. Sein erster Kunde war 1911 der Schweizer Schokoladenhersteller Tobler. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte setzte sich Alufolie wegen ihrer Undurchlässigkeit für Licht und Luft als Schokoladenverpackung auf der ganzen Welt durch. Bis dahin war vor allem Zinnfolie als Verpackung verwendet worden.

Der erste Weltkrieg

Der erste Weltkrieg beginnt 1914 für die deutsche Schokoladenindustrie mit einem heftigen, aber kurzen Boom. Die Einkäufer der Proviant- und Lazarettverwaltungen sorgten zu Beginn des Krieges für volle Auftragsbücher und die Rohkakaolager waren gut gefüllt. Allerdings war der Boom schnell zu Ende, als das erwartete schnelle Kriegsende auf sich warten ließ. Keine Schokolade ohne Rohkakao und der kam nur noch sehr spärlich über Lieferungen aus neutralen Ländern. Ab 1916 fallen auch diese Lieferungen aus und im Dezember 1916 werden alle Vorräte für das Heer eingezogen. Rohkakao kommt jetzt nur noch durch Schmuggel, oder durch das Erbeuten im Feindesland nach Deutschland. Die Schokoladefabriken werden umgebaut und produzieren nun Ersatzstoffe und Grundnahrungsmittel von Rübenmarmelade bis Hafermehl.

Für deutsche Firmen die Niederlassungen im Ausland besitzen, bedeutet der Krieg den Verlust des Auslandsgeschäftes, sowie der Fabriken im Ausland die meist enteignet werden.