Schokolade in Deutschland bis 1800

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Deutschland

Die Schokolade erreichte Deutschland zu Beginn des 17. Jahrhunderts, nachdem sie bereits in den anderen europäischen Ländern bekannt war. Dies zu einer Zeit als es Deutschland als geschlossenen Staat nicht gab und das, was wir heute als Deutschland kennen, noch aus vielen einzelnen unabhängigen Ländern bestand.

Die Schokolade wurde in Deutschland lange Zeit nur als Medizin und Stärkungsmittel in Apotheken vertrieben. Eine der ersten Möglichkeiten Schokolade zum Genuss zu sich zu nehmen bot die 1673 in Bremen gegründete Kaffeestube des Niederländers Jan Jantz von Huesden. Er hatte für ein halbes Jahr die Lizenz erhalten, ausländische Getränke wie Kaffee und Schokolade in Bremen herzustellen und anzubieten.

Hohe Zölle und Steuern auf Kakao

Die Schokolade war in Deutschland wie in anderen Ländern schon wegen des Preises dem Adel und wohlhabenden Bürgern vorbehalten. Der hohe Preis wurde in den Ländern Deutschlands auch durch Zölle und Abgaben bedingt. So führte zum Beispiel Bremen 1695 eine 10 %ige Abgabe auf das Luxusgut Kakao ein. Auch im 18. Jahrhundert hielt der hohe Preis der Schokolade Aufgrund der Steuern an, die wie in Preußen von König Friedrich dem II. erhoben wurden, um den Import von Kakao zu reduzieren.

Friedrich der Große selbst galt, wie viele große deutsche Persönlichkeiten als Schokoladenliebhaber. Neben ihm gehören die Dichter Goethe (1749-1832) und Schiller (1759-1805) zu den großen Schokoladenliebhabern der Zeit. Goethe schrieb, wenn er auf Reisen war, oft seiner Frau und bat sie ihm seine Lieblingsschokolade von Riquet zu schicken. Auch mit dem Gründer der Firma Riquet, mit Jean George Riquet unterhielt er einen regen Schriftverkehr über den guten Einfluss der Schokolade auf die Gesundheit. Als eine der ersten Schokoladenfabriken in Deutschland gilt die im Jahre 1756 (oder 1765 Brockhaus) von Prinz Wilhelm von der Lippe in Steinhude gebaute Fabrik. Die Bezeichnung Manufaktur wäre passender gewesen, denn die Schokolade wurde noch in reiner Handarbeit produziert. Wilhelm von der Lippe hatte hierzu Arbeiter aus Portugal, die sich auf das Schokolademachen verstanden angeworben.