Die Eroberung Amerikas und das Kennenlernen der Schokolade

Hernán Cortés
Hernán Cortés

Die Eroberung von Yucatán (1517) und Mexiko (1519-1521)

Nachdem das durch Maya bevölkerte Yucatán um das Jahr 1517 besetzt wurde, begann Hernán Cortés im Jahre 1519 mit der Eroberung des Aztekenreiches im heutigen Mexiko. Der Feldzug gegen die Azteken endete im Jahre 1521 mit dem Sieg der Spanier. Bald schon erkannten die Spanier, welche große Bedeutung der Kakao für die Maya und Azteken hatte. Besonders die Eigenschaft, dass Kakaobohnen als Zahlungsmittel galten, wurde von den Spaniern begeistert aufgenommen und diese Funktion behielten die Bohnen auch noch lange während der spanischen Kolonialzeit.

„Ein Getränk für die Schweine“

Das bittere Kakaogetränk aber wirkte auf die Spanier zunächst abstoßend. „Sie schien eher ein Getränk für Schweine zu sein als für die Menschheit“, schrieb der Italiener Benzoni (Benzoni 1575) und war damit nur einer unter vielen, die dieses neue Getränk ablehnten. Das gleiche galt aber auch für andere typische Produkte aus Mittelamerika, wie zum Beispiel Mais.

Gewöhnung und Veränderung

Die ablehnende Haltung gegenüber der Schokolade änderte sich mit der fortwährenden Besiedlung Mittelamerikas durch die Spanier. Es kam immer mehr zu Ehen zwischen armen Spaniern und einheimischen Frauen. Viele Frauen dienten den reichen Spaniern als Konkubinen. Durch die allmähliche Verbindung zwischen Spaniern und Maya, sowie Azteken kam es zu einer Annäherung der verschiedenen Kulturen auf vielen Gebieten.

Das Schokoladengetränk erlebte dabei eine Reihe von Veränderungen. Die Spanier tranken die Schokolade heiß wie die Maya und nicht kalt oder lauwarm wie die Azteken. Viele der einheimischen Gewürze wurden durch andere ersetzt. die die Spanier mitgebracht hatten, wie zum Beispiel Schwarzen Pfeffer.

Die Schokolade wird süß

Die wohl wichtigste Änderung, die notwendig war, um der Schokolade bei den Spaniern zum Durchbruch zu verhelfen, war die Idee das Getränk mit Rohrzucker zu süßen, denn es war vor allem der bittere, herbe Geschmack der Maya- und Aztekenschokolade, der den Eroberern nicht gefiel. Die Spanier waren, wie alle Europäer geradezu süchtig nach „süßen Dingen“ seit im mittelalterlichen Europa der Zucker eingeführt worden war.

Ebenso wie sich die Rezepte für Schokolade änderten, fand eine sprachliche Anpassung des Wortes „cacao“ statt. Mehr zur sprachlichen Geschichte unter: Namensgeschichte. Ebenfalls von Bedeutung war die Frage, wie die Medizin zu dem neuen Getränk steht. Mehr zu diesem Problem, das sich der Schokolade auch in Europa stellte unter: Schokolade in Kirche und Medizin.