Die Olmeken in der vorklassischen Periode

Die vorklassische Periode in Mittelamerika beginnt etwa 1500 v. Chr. und dauert bis ca. 300 n. Chr.. Zu Beginn dieser Periode erscheinen zum ersten Mal Töpferwaren in Mittelamerika. Die vorklassische Periode wird geprägt durch die Entstehung einer effektiven Landwirtschaft, das Entstehen von festen Siedlungen und die Entwicklung kultureller Grundlagen, wie zum Beispiel eine Hieroglyphenschrift. Während dieser Periode entstand die erste bedeutende Zivilisation in Mittelamerika: Die Olmeken. Die vorklassische Periode endet um ca. 300 n. Chr. mit der Entwicklung der Hochkultur der Maya.

Die Olmeken

Ab 1500 v. Chr. entsteht die Kultur der Olmeken im feuchten Tiefland der mexikanischen Golfküste. Den Höhepunkt erreichte die Kultur der Olmeken etwa um 1000 v. Chr.. Ab 400 v. Chr. verloren die Olmeken zunehmend an Bedeutung. Die folgende Karte zeigt neben dem Hauptsiedlungsgebiet der Olmeken (grüne Fläche) auch Handelsrouten und archäologische Fundstätten:

Siedlungsgebiet der Olmeken
Siedlungsgebiet der Olmeken

Die Olmeken vollbrachten große kulturelle Leistungen: Sie entwickelten als erste in Mittelamerika ein Zahlensystem mit der Null, einen Kalender und eine Hieroglyphenschrift. Wie jede große Kultur beeinflussten auch die Olmeken andere Völker und gaben Wissen an diese weiter. Neben den kulturellen Leistungen ist die Erfindung der „Nixtamalisation“ besonders erwähnenswert. Sie sollte die Ernährung in Mittelamerika grundlegend verändern. Als Nixtamalisation bezeichnet man ein Verfahren zur einfachen Verarbeitung von Mais. Anstatt den Mais weich zu kochen oder mühsam zu zermahlen oder zu zerstampfen, wird er mit weißem Kalk oder Holzasche gekocht und dann über Nacht stehen gelassen. Danach läßt er sich wesentlich einfacher zu einem Teig verarbeiten. Das wichtigste aber ist, dass durch dieses Verfahren der Nährwert von Mais gewaltig erhöht wird. Zuvor war Mais nur eines von vielen Lebensmitteln in Mittelamerika, jetzt lieferte es vier Fünftel der Ernährung und stieg zum religiösen Symbol auf. Die verbesserte Lebensmittelversorgung dürfte eine wesentliche Voraussetzung für die Entstehung der Olmekenkultur und die der nachfolgenden Hochkulturen gewesen sein.

Zu den wenigen Überbleibseln aus der Zeit der Olmeken gehören die riesigen Steinmonumente, die ihre Götter und Herrscher darstellen. Die Basaltblöcke wurden über große Entfernungen von über 50 Meilen herbeigeholt, bevor sie an Ort und Stelle zu kolossalen Köpfen behauen wurden. Diese Köpfe wiegen 20 bis 40 Tonnen und erreichen Höhen über 2,5 Meter. Die folgende Abbildung zeigt einen dieser Köpfe:

Steinmonument der Olmeken
Steinmonument der Olmeken