Weltmarkt für Rohkakao

Der Kakao, der zum größten Teil in Afrika angebaut wird, wird hauptsächlich an den Warenterminbörsen in London und New York gehandelt. In London an der London International Financial Futures and Options Exchange (LIFFE) und in New York an der Coffee, Sugar and Cocoa Exchange Inc. of New York. Neben dem Einkauf über die Börsen und große Handelsunternehmen kaufen einige Hersteller ihre Kakaobohnen auch direkt in den Anbauländern oder von den Kakaobauern. Dies bietet den Herstellern eine bessere Qualitätskontrolle und den Kakaobauern oft höhere Preise. Der Direktkauf findet vor allem im sehr kleinen Markt für Edelkakao und bei sehr großen kakaoverarbeitenden Konzernen statt.

Die Preise sind seit Jahren sehr niedrig und vor allem saisonalen Einflüssen unterworfen. In den letzten Jahren führten auch die ständigen politischen Krisen im Hauptanbauland der Elfenbeinküste zu starken Preisschwankungen.

Wöchentliche aktuelle Berichte zum Kakaomarkt

Die Firma Barry Callebaut, eine der weltweit größten Kakaoverarbeitenden Firmen, bringt einen wöchentlichen Bericht zum Kakaomarkt heraus. Dieser kann unter www.barry-callebaut.com als PDF Dokument heruntergeladen werden.

Auch die ICCO bietet auf ihrer Internetseite regelmäßig aktuelle Berichte: www.icco.org

Entwicklungen des Kakaomarktes in den letzten Jahren

Neben den hier aufgeführten Berichten, veröffentliche ich regelmäßig aktuelle Informationen in der Rubrik Aktuelles.

Aktuell Januar 2006 - „Aufrüstung dank Kakao“

So lautete die Schlagzeile in der taz und erinnert daran, dass in der Elfenbeinküste immer noch Bürgerkrieg herscht. Die Elfenbeinküste ist der Weltweit größte Kakaoproduzent und die Bürgerkriegsparteien finanzieren ihre Waffenkäufe durch Abgaben und Zölle auf Kakao. Rund ein Fünftel des Militärhaushaltes werden mit Kakao finanziert, so eine EU Untersuchung auf die sich die taz beruft. Auch aus dem „Reservefonds“, der Kakaobauern in schwierigen Zeiten unterstützen soll, wurde Geld abgezweigt. Rund fünf Sechstel des Geldes sind verschwunden.

Für den internationalen Kakaomarkt bedeutet der Bürgerkrieg wegen der ungewissen Lage vor allem stark schwankende Preise, vom Zeitweise höheren Kakaopreis profitieren vor allem Spekulanten und die Bürgerkriegsparteien. Die Kakaobauern der Elfenbeinküste bekommen jedenfalls nur die mit dem Geld gekauften Waffen zu sehen.

Die Berichte zum Kakao der taz vom 20.1.2006 können im Onlinearchiv der taz nachgelesen werden www.taz.de

Aktuell Mai 2003

Der Kakaopreis ist wieder im Keller. Grund dafür war wohl vor allem die zunehmend verbreitete Ansicht, dass ein mögliches Defizit beim Angebot durch steigende Ernten vor allem an der Elfenbeinküste gedeckt werden kann.

Aktuell Januar 2003

Die Befürchtungen, dass die Unruhen an der Elfenbeinküste, einem der Hauptproduzenten für Kakao, zu größeren Ausfällen bei der Haupternte führen würden, hat sich nicht erfüllt. Zwar sank die bisherige Kakaoausfuhr über die Häfen der Elfenbeinküste leicht, es wird aber davon ausgegangen, dass der "fehlende" Teil über die Grenze nach Ghana geschmuggelt wurde. Trotzdem rechnen die Handelsunternehmen wegen steigender Nachfrage in den nächsten Jahren mit einem knappen Angebot.
Quelle und weitere Informationen: www.taurosweb.de

Aktuell Herbst 2002

Zum ersten mal seit Jahren scheinen die Kakaopreise im Herbst 2002 wieder etwas zu steigen. Zurückzuführen ist dies vor allem auf den anhaltenden Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste, einem der Hauptproduzenten für Kakao und die steigende Unsicherheit ob der zunehmende Kakaoverbrauch in Zukunft gedeckt werden kann. Ob die steigenden Preise bei den Kakaobauern ankommen bleibt allerdings vorerst unwahrscheinlich.

Rekordproduktion und Tiefstpreise (2000)

Im Jahr 2000 rechnet die Internationale Kakaoorganisation (ICCO) mit einer Rekordernte von 3,03 Millionen Tonnen. Bedingt durch die Überproduktion fällt der Kakaopreis an den internationalen Börsen auf den tiefsten Wert seit 27 Jahren. Allein seit 1997 halbierte sich der Preis für Rohkakao von rund 1600 Dollar auf 800 Dollar pro Tonne. Der Grund für die Überproduktion liegt nach Analysten in der Unfähigkeit der Erzeugerländer, sich zur Marktregulierung über die Produktionsmengen zu einigen. Um die Überproduktion auszugleichen, wollen jetzt vier westafrikanische Staaten (die Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria und Kamerun) insgesamt 250.000 Tonnen Kakaobohnen vernichten. Laut Experten dürfte dies aber höchstens einen weiteren Preisverfall verhindern, aber kaum zu einem Anstieg der Preise führen.Von den Tiefstpreisen besonders hart getroffen werden die westafrikanischen Farmen. Anfang der neunziger Jahre hatte die Weltbank die Privatisierung des Kakaogeschäfts zur Auflage für den Schuldendienst gemacht. Bekamen die Farmer damals noch durch Subventionen garantierte Mindestpreise oft weit über Weltmarkpreis, so decken die Niedrigpreise heute oft nicht einmal mehr die Anbaukosten. Ob und wie die Farmer für eine eventuelle Vernichtung von Kakaobohnen entschädigt werden sollen, ist bislang unklar.

In Europa und Deutschland werden die Preise für Kakao in der Regel in britischen Pfund oder Euro (früher in Deutscher Mark) angegeben. Die deutsche Industrie kauft ihre Kakaobohnen in Euro (früher in DM). Der Preis für Kakao aus konventioneller Anbau liegt bei 2,36 DM (ca. 1,21 Euro) per kg (Stand Mitte September 2001). Der Kakaopreis ist starken täglichen Schwankungen unterlegen und kann auch an einem Tag an der Londoner Börse um 40 Pfund pro Tonne teurer oder billiger werden, so dass der hier angegebene Preis höchstens zufällig mit dem hier genannten übereinstimmt.