Kakaoanbau - Fairer Handel

Was bedeutet „fairer Handel”?

Unter fairem Handel wird der möglichst direkte Handel zwischen den Produzenten (Kakaobauern) und den Herstellern von Schokolade verstanden. Zur Kontrolle und Abwicklung des Fairen Handels haben sich verschiedene Organisationen gebildet, die jeweils eigene Kriterien für Fairen Handel festlegen. Allgemein sind das die folgenden Bedingungen für Hersteller und Kakaobauern. Der Handel muss dabei folgende Bedingungen erfüllen:

  • Beziehungen zwischen den Vertragspartner müssen auf langfristige Zusammenarbeit ausgelegt sein.
  • Für die Kakaobohnen muss ein fairer Preis, über dem Weltmarktniveau bezahlt werden.
  • Zwischenhändler sind auszuschalten.
  • Ein Teil der Ernte sollte vorfinanziert werden, um Verschuldung der Produzenten zu vermeiden.

Um am fairen Handel teilnehmen zu können, schließen sich die Kakaobauern in der Regel zu Kooperationen oder Genossenschaften zusammen um ihre Produktion gemeinsam vermarkten zu können. Die Jahresproduktion eines einzelnen Produzenten ist in der Regel zu klein und der Aufwand der Vermarktung zu groß, als dass sich ein Bauer alleine darum kümmern könnte. Die Kakaobauern und deren Zusammenschlüsse müssen zur Teilnahme am fairen Handel ebenfalls eine Reihe von Bedingungen erfüllen:

  • In den Betrieben und Produktionsgenossenschaften müssen Entscheidungsprozesse nach demokratischen Regeln organisiert sein.
  • Sozialverträglicher Anbau (angemessene Bezahlung aller Beschäftigen, keine Sklaverei, keine illegale Kinderarbeit, keine gesundheitsschädlichen Arbeitsmethoden).
  • Nachhaltiger Anbau (d.h. ein möglichst umweltschonender Anbau).
  • Die Kakaobauern sollen aus ärmeren Bevölkerungsschichten kommen.
  • Keine Benachteiligung von Frauen und anderen Bevölkerungsgruppen.

Was sind die Ziele des fairen Handels?

Ziel des fairen Handels ist die Sicherung des Existenzminimums von Kleinbauern und Plantagenarbeitern und eine schrittweise Verbesserung ihrer Lebenssituation durch Investitionen in eine nachhaltige Zukunftssicherung. Zur Sicherung ihres Existenzminimums erhalten die Bauern von ihren Kooperativen einen höheren Preis für den Kakao, als sie ihn bei lokalen Zwischenhändlern erhalten würden. Ein Teil des Mehrerlöses aus dem fairen Handel wird von den Kooperativen für Gemeinschaftsprojekte verwendet, dazu gehören die Errichtung von Schulen, den Bau von Straßen, die Gesundheitsversorgung und in die Bildung, sowie die Sicherung der Trinkwasserversorgung.

Was bedeutet „fairer Preis”?

Die verschiedenen Organisationen die sich am fairen Handel beteiligen, haben unterschiedliche Methoden den jeweiligen Preis für Kakaobohnen zu berechnen. Als Beispiel dient hier der Preis der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) für konventionell angebauten Kakao. Ab 1. Januar 2011 muss im fairen Handel ein Mindestpreis von 2.000 US$ pro Tonne bezahlt werden (Vorher 1.600US$). Dieser Preis muss auch dann bezahlt werden, wenn der Weltmarktpreis darunter liegt. Steigt der Weltmarktpreis über 2.000 US$ muss der entsprechende Marktpreis bezahlt werden.

Zusätzlich zum Mindestpreis muss eine Fairtrade-Prämie bezahlt werden. Diese beträgt ab 1. Januar 2011 200 US$ pro Tonne (Vorher 150US$). Diese muss zusätzlich zum Kakaopreis bezahlt werden, auch wenn der Kakaopreis über dem Mindestpreis liegt. Die Prämie dient der Förderung sozialer Projekte, wie zum Beispiel dem Bau von Schulen.

Fair Trade im Weltmarkt für Kakao

Der Anteil von Fair Trade am Weltmarkt für Kakao liegt laut ICCO bei gerade einmal 0,1 Prozent. Die meisten Produzenten für Fair Trade Kakao sind dabei gezwungen ihren Kakao ohne Fiar Trade Sigel zu normalen Weltmarktkonditionen zu verkaufen, da bislang nicht ausreichend Abnehmer vorhanden sind. Die größten Lieferländer waren 2003 die Dominikansiche Republik mit einem Anteil von 48,6 % am Fair Trade Markt und Ghana mit einem Anteil von 45,05 %.

TransFair Fairtrade Logo
Fairtrade Logo

Wichtige Organisationen und Firmen im fairen Handel

TransFair e.V.

TransFair ist ein 1992 gegründeter Verein mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Menschen auf den Plantagen in Afrika, Asien und Lateinamerika zu verbessern. Der Verein betreibt allerdings nicht selber Handel mit Produkten sondern vergibt sein Siegel für fair gehandelte Produkte. Dafür müssen Importeure und Hersteller zusätzlich zum Preis für den Kakao eine Lizenzgebühr bezahlen mit der die Arbeit des Vereins finanziert wird. Die Gebühr für ein Kilo Kakao beträgt 0,16 Euro. Der Verein gehört zur FLO. 2005 wurden 1.200 Tonnen Süßwaren mit dem TransFair-Siegel in Deutschland verkauft (+30 % zum Vorjahr). Der Umsatz mit fair gehandelten Süßwaren wurde auf 15 Millionen Euro geschätzt. Von 1995 bis 2005 wurden insgesamt 8.000 t Süßwaren mit dem Siegel verkauft. Beim Kakao kommt zudem mehr als 70 % aus kontrolliert ökologischem Anbau. www.transfair.org

Weltladen Dachverband

In den Weltläden bekommt man fair gehandelte Waren aller Art. Den nächsten Weltladen findet man über die Internetseite des Dachverbandes, der auch weitere Informationen bereithält: www.weltladen.de

Fairtrade Labelling Organizations International (FLO)

Die Fairtrade Labelling Organization (FLO) ist die Dachorganisation regionaler Labelling Organisationen. Die FLO wurde 1997 gegründet und hat inzwischen 20 Labelling Organisationen in 21 Ländern unter einem Dach vereint. Dazu gehören unter anderem TransFair in Deutschland und die in mehreren Ländern vertretene Max Havelaar Organisation. Die FLO kontrolliert die Einhaltung der Richtlinien für Fairen Handel bei den Produzenten und legt die Mindestpreise für die einzelnen Waren fest. Zu den fair gehandelten Rohstoffen gehören heute u.a. Kaffee, Kakao, Zucker und Tee. www.fairtrade.net

gepa Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH

Die gepa ist Europas größtes Handelsunternehmen für Fair gehandelte Produkte. Allein in Deutschland gibt es über 10.000 Verkaufsstellen für die Produkte. Die Produkte tragen das TransFair Siegel und stammen zum großen Teil außerdem aus biologischem Anbau.

El Puente

Dieses Unternehmen importiert und vertreibt fair gehandelte Produkte von Kleinbetrieben und Genossenschaften aus der Dritten Welt in Deutschland.


Weiter ausführliche Informationen rund um den fairen Handel gibt es bei: www.transfair.org