Niederlande verabschieden Gesetz gegen illegale Kinderarbeit

14.06.2019

Von: Arne Homborg

Der niederländische Senat hat mit 39 von 75 Stimmen ein Gesetz zur Bekämpfung von illegaler Kinderarbeit in der internationalen Versorgungskette des Landes beschlossen. Das Gesetz verpflichtet alle Firmen umfangreich zu prüfen, ob in ihrer Versorgungskette zum Beispiel bei Rohstoffen wie Kakao, illegale Kinderarbeit auftritt und gegebenenfalls einen Plan zur Bekämpfung vorzulegen. Laut dem Senat ist das primäre Ziel, niederländische Verbraucher davor zu schützen, Produkte aus Kinderarbeit zu kaufen. Darüber hinaus ist es aber auch eines der Hauptziele illegale Kinderarbeit generell zu bekämpfen.

Das Gesetz soll am 1. Januar 2020 in Kraft treten. Allerdings sind noch einige Details der Umsetzung ungeklärt, so dass sich der Termin noch verschieben kann. Ab in Kraft treten des Gesetzes haben Firmen sechs Monate Zeit die Prüfung durchzuführen. Betroffen sind alle in den Niederlanden registrierten Unternehmen, sowie alle Unternehmen die mehrfach pro Jahr Produkte in die Niederlande liefern.
Versäumt eine Firma das Einreichen der Prüfungsergebnisse gibt es eine Strafe von 4.100 Euro. Bei Verstößen gegen das neue Gesetzt kann eine Strafe bis zu 750.000 Euro oder 10% des Jahresumsatzes und eine Haftstrafe für die Geschäftsführung verhängt werden.

Mit dem neuen Gesetz folgen die Niederländer den Franzosen und Engländern die entsprechende Gesetze bereits 2017 eingeführt haben. Auch in Finland und Deutschland gibt es Überlegungen zu ähnlicher Gesetzgebung.