Schokolade in Spanien - Geschichte

Trinkschokolade, Stilleben 17. Jhdt.
Trinkschokolade, Stilleben 17. Jhdt.

So kam die Schokolade nach Spanien

Die ersten Europäer, die die Schokolade kennenlernten, waren die Spanier, die an den Eroberungszügen in Mittelamerika ab dem Jahr 1517 teilnahmen. Sie waren es, die die Schokolade nach der Besetzung Mittelamerikas nach Spanien brachten. Zunächst exportierten sie ausschließlich fertig zubereitete Schokoladenblöcke, um das Geheimnis und damit das Monopol auf die Herstellung von Schokolade zu bewahren. Mit den zunehmenden Handelsbeziehungen und der steigenden Nachfrage nach Schokolade beginnt man in Spanien aber schließlich die Kakaobohnen direkt zu importieren und diese erst in Spanien weiterzuverarbeiten. Die erste Ladung Kakaobohnen aus Veracruz erreichte 1585 die spanische Stadt Sevilla.

Das neue Rezept für Schokolade

Die Spanier änderten die Rezepte, die sie in Mittelamerika kennengelernt hatten, in einem wesentlichen Punkt ab. Sie fügten nun große Mengen Zucker hinzu, um das bittere Getränk süßer zu machen. Dies war auch die Grundvoraussetzung für den großen Erfolg der Schokolade in Europa. Die ursprünglich bittere Schokolade stieß nämlich bei den Geschmäckern in Europa auf große Ablehnung. Wie die Abbildungen zeigen, reichte man in Spanien zur Schokolade immer auch „picatoste“, geröstetes Brot, das in die Schokolade getunkt wurde. Heute reicht man stattdessen „churros“, in Fett ausgebackene Spritzgebäckstreifen.

Die ersten Schokoladen-Toten

Schokolade war nicht nur eines der beliebtesten Getränke beim spanischen Adel, sie wurde auch häufig genutzt, um andere zu vergiften. Da die Spanier ihre Schokolade mit reichlich Zucker tranken fiel der bittere Geschmack der meisten damals benutzten Gifte nicht mehr auf.

Schokolade im Kloster

Das Bild zeigt spanische Mönche beim Genuss von Schokolade. Zur Trinkschokolade wurde oft Gebäck gereicht, das dann in die Schokolade getaucht wurde. Bild nach einem Stich aus dem 17. Jahrhundert. Die streng organisierten Mönche sorgten mit ihrem regen Austausch zwischen den Klöstern für die schnelle Verbreitung der Schokolade. Das Netzwerk der Klöster sorgte nicht nur für die Informationsverbreitung sondern war auch am Handel mit Kakao beteiligt. So ließen manche Orden in Mittelamerika von den Einheimischen Kakao anbauen den sie dann nach Europa verschifften um daraus Gewinn zu schlagen.

Nach dem Import kam der Export in die Nachbarländer

Nachdem sich die Schokolade beim spanischen Adel durchgesetzt hatte, begann sie sich über ganz Europa zu verbreiten. Im Wesentlichen dienten vor allem die Adelshochzeiten in Europa, sowie die Handelsbeziehungen der Kirche der raschen Verbreitung über Spaniens Grenzen hinaus. Aber die Spanier begannen auch, den Kakaobaum selbst aus seinen Ursprungsgebieten zu versetzen. Man legte in zahlreichen Gebieten Kakaoplantagen an, so in Mexiko, Ecuador, Venezuela, Peru, Jamaika und in Hispaniola (heute Haiti und Dominikanischen Republik).

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