Schokoladenrezepte der Azteken

Schaumerzeugung
Schaumerzeugung durch umgießen in einen Krug

Die Azteken bevorzugten ebenso wie die Maya ein schaumartiges Kakaogetränk. Um den Schaum zu erzeugen, wurde der Kakao aus einer gewissen Höhe in ein zweites Gefäß gegossen, so wie es rechts auf der Aquarellzeichnung aus dem späten 16. Jahrhundert dargestellt ist.  Die in der Literatur oft genannten Holzquirle zum Erzeugen des Schaums kamen erst nach der Eroberung durch die Spanier auf. Im Unterschied zu den Maya bevorzugten die Azteken es aber, die Schokolade kalt zu trinken. Ansonsten gab es keine nennenswerten Unterschiede zwischen Azteken und Maya. Die Schokolade blieb den Mitgliedern des Königshauses, dem Adel, sowie Fernhandelskaufleuten und Kriegern vorbehalten. Getrunken wurde die Schokolade nicht einfach beim Essen sondern sie wurde nach dem Ende eines Mahls zum prunkvollen Abschluss gereicht und entsprechend hoch geachtet.

Gewürze, Aromastoffe und andere Zutaten

Einfachen Schokoladengetränken wurden gemahlener Mais und andere gemahlene Körner (z. B. Samenkörner des Woll- oder Seidenbaumwollbaums) zugegeben. Überall in Mittelamerika war die Zugabe von zerriebenem Chili sehr beliebt. Die mit Honig gesüßte Honigschokolade dürfte unserer heutigen Schokolade noch am nächsten kommen, auch die Zugabe von Vanille ist bis heute üblich.

Die Azteken verwendeten darüber hinaus Achiote, verschieden Blumen (getrocknet und gemahlen), das Blütenblatt der „Cymbopetalum penduliflorum“, die Blüten des „Chiranthodendron pentadactylon“, eine „Faserblume“ genannte Pflanze, die zur Gattung der Pfeffergewächse gehört, die „Magnolia mexicana“ und die „Magnolia dealbata“. Außerdem gab es Rezepte mit Piment (Pimienta dioica) oder den Samenkernen der Sapotillfrucht (Pouteria sapota). Diese Aufzählung an Gewürzen und Zutaten ist keine abschließende Liste, sondern gibt nur eine ungefähre Vorstellung von der Vielfalt der Schokoladenzubereitung bei den Azteken an.

Schokoladenzubereitung

Die Zubereitung der Schokolade war im wesentlichen identisch mit der Zubereitung bei den Maya, deshalb hier nur eine kurze Beschreibung der Arbeitsschritte zur Herstellung von Schokolade wie sie uns vom spanischen Mönch Fray Bernandino de Sahagún, der die Azteken ausführlich über ihre Gewohnheiten befragte, überliefert ist: „Sie mahlt den Kakao [die Bohnen]; sie zerstampft, bricht und zerkleinert sie zu Pulver. Sie sortiert sie aus, verliest und trennt sie. Sie durchtränkt sie, durchfeuchtet sie, weicht sie ein. Sie fügt sparsam, zurückhaltend Wasser hinzu; sie reichert es mit Kohlensäure an, filtert es, siebt es, schüttet es hin und her, bringt es zum Sprudeln; sie lässt es eine Krone bilden, stellt Schaum her; sie entfernt die Krone, lässt es dickflüssig werden und trocknen, gießt Wasser dazu, rührt Wasser hinein.