Schokolade dank CARE-Paketen

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges lag Deutschland in Tr├╝mmern und die dringendste Aufgabe war die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln. Schokolade konnte man zu dieser Zeit praktisch nur durch Tausch mit den Soldaten der Besatzungsm├Ąchte bekommen. F├╝r viele war die Schokolade aus den CARE-Pakete das erste Wiedersehen mit dem Gold der Tropen, f├╝r zahlreiche Kinder d├╝rfte es die ├╝berhaupt erste Begegnung mit Schokolade gewesen sein.

Am 15. Juli 1946 lief im Bremer ├ťberseehafen der US-Frachter ÔÇ×American RangerÔÇť ein. An Bord des Frachters waren 35.700 CARE-Pakete. Die Pakete der privaten Organisation C.A.R.E (Cooperative for American Remittances to Europe) sollten die Not leidende Bev├Âlkerung in Deutschland mit den n├Âtigsten Dingen versorgen. CARE war im November 1945 von 22 amerikanischen Wohlfahrtsorganisationen gegr├╝ndet worden.

Zum Inhalt der CARE Pakete geh├Ârten vor allem Lebensmittel, darunter auch S├╝├čwaren. Diese wurden vielfach direkt in den Schulen an die Kinder verteilt. F├╝r viele die erste Schokolade ├╝berhaupt und ein sonst unerreichbarer Luxus. Die ersten CARE Pakete bestanden aus Restbest├Ąnden der Verpflegungspackungen der US-Armee. Dieser Vorrat reichte bis M├Ąrz 1947, danach packte die Organisation eigene Pakete. Die Grundausstattung bestand aus: je ein Pfund Rindfleisch in Kraftbr├╝he, Steaks und Nieren, Leber, Corned Beef, Speck, Schweineschmalz, Aprikosen-Konserven, Honig, Rosinen, Schokolade und pulverisierten Eiern. Au├čerdem 750 Gramm ÔÇ×PremÔÇť (Fleisch zum Mittagessen) und jeweils ein Kilogramm Margarine, Zucker, Vollmilch-Pulver und Kaffee.

14 Jahre lang kamen die Pakete, bevor die Lieferungen am 30. Juni 1960 eingestellt wurden. Insgesamt 9,5 Millionen CARE-Pakete wurden in Westdeutschland und Berlin verteilt, weitere rund 82.000 Pakete in der sowjetischen Besatzungszone. Nach damaligen Berechnungen betrug der Wert der Hilfsaktion rund 362 Millionen Mark.

Die CARE Organisation existiert bis heute und versorgt Menschen in Kriegs- und Katastrophengebieten der ganzen Welt mit Lebensmitteln, Kleidung, Notunterk├╝nften, Trinkwasser und Medikamenten.