Coenraad Johannes van Houten

Werbeplakat für van Houten
Werbeplakat für van Houten

Geboren 1801; Gestorben 1887 in Weesp.

- Wichtiger Hinweis -

Nach zur Zeit laufenden Untersuchungen durch Peter van Dam (Niederlande) kann man davon ausgehen, dass es Coenraad van Houtens Vater Casparus van Houten war, der die hydraulische Presse entwickelte und patentieren ließ und nicht Coenraad. Sobald die Ergebnisse vorliegen wird diese Seite entsprechend überarbeitet.

Erfindung der Kakaopresse

Bereits im Jahre 1815 sucht der Holländer van Houten in seiner eigenen Fabrik in Amsterdam nach einem Weg, die Kakaobutter von der Schokolade zu trennen. Bis dahin war dies nur durch Aufkochen und Abschöpfen möglich, eine nicht besonders effiziente Methode. Im Jahre 1828 meldete van Houten seine Entwicklung zum Patent an: Eine hydraulische Presse, die den Kakaobutteranteil der unbehandelten Schokolade von 53 Prozent auf 27 bis 28 Prozent senkt. Heute kann man mit dieser Methode bei Temperaturen von 80 °C bis 90 °C und einem Druck von 500 bar den Fettanteil auf 22 bis 11 % reduzieren. Die so entstandene Masse lässt sich leicht zu einem Pulver zermahlen.

Erfindung des Alkalisierens - „Dutching“

Um das entstandene Pulver leichter mit Wasser vermischen zu können, gab van Houten Alkalisalze (Kalium- oder Natriumkarbonat) zu dem Schokoladenpulver. Dieses Verfahren, „Dutching“ genannt, verlieh der Schokolade außerdem eine dunklere Farbe und einen milderen Geschmack. Die dunklere Farbe führte damals und teilweise noch heute bei den Konsumenten zu der irrigen Auffassung das „holländische“ Schokolade einen intensiveren Geschmack habe, obwohl das Gegenteil der Fall ist.

Durch diese Erfindungen wurde das althergebrachte dickflüssige und schaumige Schokoladengetränk, zu einem leichter zuzubereitenden und leichter verdaulichen Kakao, der sich auch zur industriellen Massenproduktion eignet.

Zehn Jahre nach der Patentierung der Kakaopresse lief das Patent aus und das Verfahren wurde sofort von weiteren Herstellern übernommen. So kamen schnell zahlreiche Kakaopulver, damals „Kakaoessenz“ genannt, auf den Markt.

Da bei der Herstellung von Kakaopulver die Kakaobutter übrigbleibt, stellte sich für die Unternehmen die Frage, was man damit machen könnte. Die Lösung brachte uns unserer heutigen Speiseschokolade ein bedeutendes Stück näher. Man begann die Kakaobutter mit Kakaomasse und Zucker zu vermischen und erhielt so erstmals eine weiche geschmeidige Paste, die sich in Formen gießen ließ und unserer heutigen Schokolade schon sehr nahe kommt. Mehr zur neuen Schokolade unter: Neue grundlegende Rezepte

Noch heute wird unter dem Namen „van Houten“ Kakaopulver, Instantpulver und Vendingprodukte angeboten. Die Marke gehört inzwischen zur Schweizer Gruppe Barry Callebaut, einem der weltweit größten Schokoladenherstellern.


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