Gefahren bei Lagerung und Transport von Kakaobohnen

Kakaobohnen sind sehr empfindlich und können bei falscher Lagerung sehr schnell verderben. Hier sind die Hauptrisiken bei Transport und Lagerung zusammengefasst:

Feuchtigkeit

Die Kakaobohnen sollten für Transport und Lagerung einen Wassergehalt zwischen 6 bis 8 % haben. Die relative Luftfeuchte sollte zwischen 70 und 75 % betragen. Werden diese Werte überschritten besteht die Gefahr von Schimmelbildung und einem möglichen Totalverlust der Kakaobohnen.

Da die Kakaobohnen stark hygroskopisch sind und selbst Wasserdampf abgeben muss eine gute Lüftung sichergestellt werden. Außerdem dürfen die Kakaobohnen nicht zusammen mit anderen Waren gelagert werden die ebenfalls Feuchtigkeit abgeben.

Besonders beim Transport in Containern besteht die Gefahr von Kondenswasserbildung. Schäden durch Kondenswasser kann durch eine gute Lüftung und die Anbringung von Folien zum auffangen des Wasser vorgebäugt werden.

Nachfermentation

Eine zu hohe Feuchtigkeit kann im Zusammenspiel mit einer erhöhten Lagertemperatur zur Nachfermentation führen. Dabei laufen die Prozesse der Fermentation weiter, die durch das Trocknen der Kakaobohnen unterbrochen worden waren. Diese Nachfermentation führt in der Regel zu einer Überfermentation die die Kakaobohnen verdirbt.

Vor allem beim Transport der Kakaobohnen muss vor dem Betreten der Laderäume eine Gasmessung durchgeführt werden. Da bei einer aufgetretenen Nachfermentation CO2 entsteht und im Laderaum Sauerstoffmangel herrschen kann.

Temperatur

Werden die Kakaobohnen bei Temperaturen über 25° C gelagert besteht das Risiko, dass sie ranzig werden und eine Nachfermentation eintritt. Durch den hohen Fettgehalt neigen die Kakaobohnen zudem zur Selbsterhitzung. Unter unglücklichen Umständen kann dies zusammen mit der Erhitzung durch einige Schimmelpilzarten und Mikroorganismen zur Selbstentzündung der Kakaobohnen und zum Lagerbrand führen. Diese Gefahr besteht vor allem beim Transport da hohe Temperatur, hohe relative Luftfeuchte und geringe Sauerstoffzufuhr zusammenkommen müssen.

Neben zu großer Temperatur dürfen die Kakaobohnen keinem Frost ausgesetzt werden.

Geruch

Kakaobohnen sind genau wie Schokolade sehr geruchsempfindlich. Auf keinem Fall dürfen Kakaobohnen in Lagerräumen oder Containern verstaut werden in den noch der Geruch von vorherigen Ladungen ist.

Auch von den Kakaobohnen selbst kann eine Geruchsgefahr ausgehen. Der Geruch der Kakaobohnen kann zum Beispiel Kaffeebohnen schädigen, weshalb diese nicht zusammen gelagert werden sollten.

Verunreinigung

Rohkakao kann leicht durch Verunreinigungen geschädigt werden. Vor allem durch Staub, Schmutz, Fette und Öle besteht Gefahr. Gerade beim Seetransport ist darauf zu achten das keine Verunreinigung durch andere Ladungen auftritt. Besonders gegenüber Zement- und Kohlenstaub von anderen Ladungen sind Kakaobohnen sehr empfindlich.

Krankheiten und Schädlinge

Zu den häufigsten Schädlingen gehören Kakao- und Mehlmotte, Ameisen und Schaben. Sie erzeugen durch Fraß und Verunreinigung starke Schäden. In der Regel werden die Kakaobohnen zur Schädlingsbekämpfung vor dem Transport mit dem Schiff begast.

Wie schon unter „Feuchtigkeit“ geschrieben besteht die Gefahr von Schimmelbildung. Je nach Art können diese die Kakaobohnen zersetzen, die Selbsterhitzung fördern, Giftige Stoffe produzieren oder schlecht riechende Stoffe produzieren.


Auf den Seiten des Transport-Informations-Service (TIS) des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. werden ausführliche Hinweise zum Transport von Kakaobohnen gegeben:

www.tis-gdv.de/tis/ware/genuss/kakao/kakao.htm