Kakaoanbau - Das Leben auf der Plantage

Schon seit langem kommen die meisten Kakaobohnen nicht mehr aus Amerika sondern aus Afrika, wohin sie von den Kolonialmächten verpflanzt worden waren. Deshalb wird hier im Wesentlichen der Anbau von Kakao auf afrikanischen Plantagen beschrieben. Der Kakaoanbau in Afrika unterscheidet sich in der Methode kaum von dem in Amerika. Bemerkenswert ist lediglich ein deutlicher Unterschied in der Organisation des Anbaus. Während in Südamerika (besonders in Brasilien) Kakao fast ausschließlich auf großen Plantagen angebaut wird und so oft unter den Auswirkungen von Monokulturen leidet, baut man in Afrika den Kakao in kleinbäuerlichen Betrieben an. Dabei pflanzen die Bauern den Kakao zwischen ihre sonstigen Gewächse wie z. B. Bananen und schaffen so eine natürliche Umgebung für den Kakaobaum, die Grundvoraussetzung für einen hohen Ertrag ist.

 

Die Situation der Menschen auf den Kakao-Plantagen ist, genau wie beim Anbau von Kaffee, Baumwolle und Tee äußerst schlecht. Hungerlöhne, unwürdige Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit sind an der Tagesordnung. Sozialleistungen sind auf den Plantagen ein Fremdwort. Der seit Jahren stetig fallende Preis für Kakaobohnen trägt weiter zu einer Verschlechterung der Lage bei (siehe auch Weltmarkt).

Kinderarbeit auf Kakaoplantagen

Nach Berichten von UNICEF (www.unicef.org) und der Hilfsorganisation Terre des Hommes (www.terredeshommes.de) wird die Zahl der Kinder, die auf Plantagen in West- und Mittelafrika zur Arbeit gezwungen werden auf weit über 200.000 geschätzt. Das Internatinal Institute for Tropical Agriculture (IITA) geht laut einer Studie aus 2002 von rund 284.000 Kindern in der Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Guinea und Nigeria aus, die unter gefährlichen Bedingungen auf Kakaofarmen arbeiten müssen. Unklar bleibt weitestgehend die Frage, in welchem Umfang es sich um Kindersklaverei handelt. Die Studie der IITA ergab für die Elfenbeinküste, das 87 % der Kinder die eigenen Kinder der Kakaofarmer sind. Die vor allem 2001 durch die westlichen Medien gegangenen Berichte von groß angelegtem gewerbsmäßigem Handel mit Kindersklaven konnte bislang von keiner Untersuchung belegt werden.

Unumstritten ist, dass eine große Zahl von Kindern unter gefährlichen und ungeeigneten Bedingungen arbeiten muss. Die Ursache hierfür liegt nicht nur in den allgemein schlechten Lebensbedingungen, sondern ist kulturell bedingt. Es ist Tradition, dass die Kinder das Handwerk ihrer Eltern lernen in dem sie auf den Plantagen mitarbeiten. Dabei fehlt vor allem das Bewusstsein für die Risiken, denen Kinder im Umgang mit Geräten und Chemikalien ausgesetzt sind. Die Kakaofarmer bringen ihren Kindern die Arbeit so bei, wie sie es selbst von ihren Eltern gelernt haben.

Projektbeispiel Elfenbeinküste

Seit 2005 gibt es in der Elfenbeinküste, dem Hauptanbauland für Kakao ein Projekt, das vor Ort Aufklärungsarbeit leisten soll. Das Projekt der Regierung wird von zahlreichen internationalen Organisation unterstützt und soll vor allem den Farmern die besonderen Gefahren, denen Kinder bei der Arbeit ausgesetzt sind und welche gravierenden Folgen dies für die Kinder hat, zeigen.

Außerdem soll es ein Rehabilitierungsprogramm für Kinder unter 14 Jahren geben die auf Plantagen arbeiten mussten (Kinder unter 14 Jahren dürfen in der Elfenbeinküste nicht arbeiten). Das in der Elfenbeinküste in den letzten Jahren kaum Fortschritte in Bezug auf Kinderarbeit gemacht wurden, liegt vor allem an den anhaltenden politischen Unruhen, die das Land seit Jahren bedrücken.

Internationale Projekte und Organisationen

Auch international bemühen sich verschiedene Organisationen mit unterschiedlichen Projekten um Verbesserungen auf den Plantagen und eine Abschaffung der Kinderarbeit. Eines der erfolgreichsten Konzepte zur Verbesserung ist die Idee des Fairen Handels. Deshalb informiere ich darüber auf einer extra Seite: Fairer Handel. Informationen zu den Problemen des Kakaoanbaus in den Ländern der Dritten Welt und Projekte zur Hilfe dieser Menschen könnt ihr bei zahlreichen Organisationen finden. Hier eine kleine Auswahl interessanter Adressen: