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Kinderarbeit hat in einigen Regionen in West Afrika zugenommen

Produktiosmenge für Kakao und Kinderarbeit in den letzten 10 Jahren gestiegen

Arne Homborg
(10.05.2020)

Eine Studie des US Department of Labor (Arbeitsministerium) zeigt eine Zunahme von Kinderarbeit in einigen Regionen in West Afrika. Der Anteil der Kinder die gefährliche Tätigkeiten im Kakaoanbau durchführen stieg demnach von 30 Prozent im Jahr 2010 auf 41 Prozent. Bislang wurden nur vorläufige Ergebnisse bekannt, die endgültigen Studienergebnisse sollen im Juni veröffentlicht werden. Untersucht wurden die beiden wichtigsten Kakaoanbauländer Elfenbeinküste und Ghana. Das ist ein Schlag ins Gesicht für die Süßwarenindustrie. Diese hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte in den beiden Ländern gestartet um Kinderarbeit zu bekämpfen. Rund 215 Millionen US$ wurden dafür bereits investiert. Das Ziel die schlimmsten Formen von Kinderarbeit bis 2020 um 70 Prozent zu reduzieren wurde damit weit verfehlt. Gestiegen ist nicht nur der Anteil von Kindern in besonders gefährlichen Arbeitsumgebungen sondern auch die Kinderarbeit generell. Diese soll laut Studie von 31 Prozent 2008/09 auf 44 Prozent 2018/2019 gestiegen sein.

Zusammen mit der Kinderarbeit stieg in den letzten zehn Jahren auch die Kakaoproduktion in Ghana und der Elfenbeinküste. Von 1,89 Millionen Tonnen in der Saison 2008/09 auf über 3 Millionen Tonnen in der Saison 2018/19. Dabei fand die Studio heraus, dass vor allem in Regionen in denen bisher kein, oder nur wenig Kakao angebaut wurde, besonders viel Kinderarbeit eingesetzt wird. In Regionen die traditionell stark vom Kakaoanbau geprägt sind und in denen entsprechend auch die Projekte verschiedener Organisationen und staatlicher Einrichtungen laufen, war die Kinderarbeit hingegen nicht so stark ausgeprägt.

Hauptursache für Kinderarbeit bleibt laut der Studie immer noch die Armut in der die Kakaofarmer und Kakaofarmerinnen leben. Diese Armut zu bekämpfen muss daher das wichtigste Ziel für die Zukunft sein. Dafür wird man herausfinden müssen, welche Projekte und Maßnahmen vor Ort tatsächlich einen positiven Einfluss auf die Lebensverhältnisse haben und welche Maßnahmen sich in der Praxis bewähren um Kinderarbeit langfristig abzuschaffen.