Joseph S. Fry

Eckdaten zu Joseph S. Fry

Geboren: 1728
Gestorben: 1787

Entstehung der Firma Fry & Sons

Die Firma Fry & Sons geht auf den Apotheker Walter Churchmann zurück, der sein Geschäft 1728 in Bristol eröffnete und dort begann Schokolade zu verkaufen. Schnell stellte sich Erfolg ein und bereits 1729 erhielt Churchman ein Patent von George II. für seine Methode Kakao herzustellen. Nach dem Tod von Walter Churchman übernahm dessen Sohn Charles das Geschäft, bis auch er 1761 starb.

Fry steigt in die Schokoladeproduktion ein

Der aus einer Quäkerfamilie stammende Joseph Fry (1728-1787), der bisher als Arzt gearbeitet hatte und seit 1748 eine Apotheke betrieb, übernahm das Geschäft von Churchman. Bereits vorher hatte auch Fry Schokolade hergestellt. Wie zu dieser Zeit üblich, wurden die Kakaobohnen von Hand verarbeitet und die mit Aromen ergänzte Kakaomasse zu Kugeln oder Scheiben geformt, die dann als Grundlage für Trinkschokolade dienten.

Die erste Dampfmaschine in der Produktion

Die Geschäfte wurden nach seinem Tode im Jahre 1787 von seiner Witwe und ihrem dritten Sohn Joseph Storrs Fry (1767-1835) weitergeführt. Dieser Sohn war der erste, der die industrielle Revolution in der Schokoladenindustrie umsetzte und zwar durch den Einsatz einer Watt'schen Dampfmaschine, die er im Jahre 1789 zum Mahlen der Kakaobohnen erwarb. Eine Idee für die er 1795 ein Patent erhielt.

1835 beschäftigte die Firma 16 Mitarbeiter.

Dank van Houtens Erfindungen im Jahre 1828 gelang der Firma Fry & Sons, inzwischen unter der Führung von Francis Fry (1803-1886) dem Enkel des Gründers und später dem Urenkel Joseph Storrs Fry II. (1826-1913), ein grandioser wirtschaftlicher Erfolg.

Erste Essschokolade

Ein weiterer geschäftlicher Erfolg wurde durch eine eigene Entdeckung im Jahre 1847 eingeleitet: Man gab Kakaobutter, die bis dahin als Abfallprodukt bei der Produktion galt, anstelle von Wasser zur Schokolade. Dadurch erhielt man einen dünneren, weniger zähen Teig, der nun erstmals auch in Formen gegossen werden konnte. Diese erste Essschokolade, die nicht mehr so brüchig und trocken war wie die Produkte des 18. Jahrhunderts, wurde im Jahre 1848 in Birmingham auf den Markt gebracht. Der große Erfolg dieser neuen Schokolade führte zu einem extremen Anstieg der Kakaobutterpreise, wodurch diese Art der Schokolade für einige Zeit der reichen Elite vorbehalten blieb. Ob die Firma Fry wirklich die ersten waren, die die Idee mit der Kakaobutter hatten ist freilich umstritten.

Industrielle Konfektproduktion

1853 war Fry mit dem "Cream Stick" (heißt seit 1866 Cream Bar) einer der ersten, der Konfekt industriell herstellte.

1863 übernahm Fry die Firma Adolphe Lafont Chocolate, die hauptsächlich auf dem europäischen Kontinent verkaufte.1896 wurde die Firma in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit einem Stammkapital von 1 Million Pfund umgewandelt. Sieben Mitglieder der Firma waren Direktoren, Joseph Storrs Fry II. der Vorsitzende. Zu dieser Zeit wurden 4.500 Mitarbeiter beschäftigt die rund 220 verschiedene Produkte herstellten.

Ein weiterer Grund dafür, dass die Firma Fry & Sons in der zweiten Hälfte des viktorianischen Jahrhunderts so großen Erfolg hatten, lag darin, dass sie einziger Schokoladen- und Kakaolieferant der Royal Navy war.

1902 wurde das Sortiment um Milchschokolade erweitert. 1913 wurde die Produktion die bis dahin an verschiedenen Standorten in Bristol lief, nach Somerdale verlegt.

Im Jahre 1919 schloss sich das Familienunternehmen mit der Firma Cadbury, bis dahin einem der englischen Hauptkonkurrenten zusammen. Seit 1935 ist Fry & Sons komplett im Besitz der Firma Cadbury.