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Forastero, der Fremdling - Konsumkakao

Die Forastero Kakaosorten sind in Südamerika vermutlich im brasilianischen Amazonasgebiet beheimatet. In der Wissenschaft und im Kakaoanbau wird die Bezeichnung Forastero heute kaum noch verwendet. Mit der durch DNA-Analysen möglichen Einteilung der Kakaosorten in genauere Kakao-Cluster wurde die Forastero-Gruppe auf mehrere Cluster verteilt.

Die Sorten dieser Gruppe haben häufig harte, runde, melonenähnliche Schalen und ihre Samen haben rötliche Samenlappen. Die typische Form der Frucht ist die Amelonado. Dieser Baum ist wesentlich widerstandsfähiger und ertragreicher als der Criollo. Deshalb wird er heute bevorzugt angebaut; ca. 80 bis 90 Prozent der weltweiten Kakaoernte stammen vom Forasterobaum. Wer eine Schokolade aus Forastero Bohnen probieren möchte, braucht nur in den nächsten Supermarkt oder an die nächste Tankstelle zu gehen.

Man unterteilt beim Forastero die Sorten mit Ursprung im oberen Amazonas Gebiet, von denen am unteren Amazonas. Allen Forasteros gemeinsam ist eine relativ lange Fermentation.

Hier nur drei bekannte Forasteros, unter den vielen tausend bekannten Sorten.

Amelonado

Der Amelonado vom unteren Amazonas mit seiner grünen oder gelben, selten auch roten Farbe ist wohl die am stärksten verbreitete Kakaosorte. Auf ihr dürften wohl die meisten kommerziell angebauten Konsumkakaos der Welt beruhen.

IMC 67 (Iquitos Mixed Calabacillo)

Unter der Bezeichnung IMC (Iquitos Mixed Calabacillo) werden verschiedene Forastero Züchtungen meist mit einem Ursprung am oberen Amazonas geführt. Die Sorte IMC 67 ist weltweit von Afrika bis  Hawaii verbreitet und benötigt wenig Schatten. Sie ist zudem weitgehend resistent gegen Hexenbesen und Ceratocystis fimbriata. Diese Sorte wird auch mit Criollos gekreuzt, um diese widerstandsfähiger zu machen. Die IMC 67 ist sehr ertragreich und hat ca. 45 flache, dunkelrote Bohnen pro Frucht.

Arriba - Nacional - Der Edle unter den Forasteros

Der Arriba beziehungsweise Nacional galt lange als Forastero. Heute gehört er in das eigene Kakao-Cluster Nacional. In ihrem äußeren Erscheinen zeigt sie zahlreiche an Criollos erinnernde Merkmale und sie hat ein sehr schönes blumiges Aroma. Im Gegensatz zu anderen Forasteros muss der Nacional nur sehr kurz fermentiert werden (manchmal nur bis zu 24 Stunden), das macht diese Sorte für Mischungen mit anderen Forasteros ungeeignet. Urspünglich nach dem Verschiffungshafen „Arriba“ genannt, wird die Sorte heute Hauptsächliche als „Nacional“ gehandelt. Sie wird hauptsächlich in Ecuador angebaut.

Der Nacional ist auch ein sehr schönes Beispiel dafür, dass die alte Einteilung der Kakaosorten nach Criollo, Trinitario und Forastero unzureichend war.