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CioMod - Sizilianische Tradition in modernem Gewand

Arne Homborg
(30.01.2009)
Vor Kurzem kam in unserer Schokoladenredaktion ein kleines Paket aus Modica, Sizilien an. Schon das löst Vorfreude aus, denn Schokolade aus Modica verspricht angenehme Abwechslung im Edelschokoladenaltag. Die kleinen Schokoladenhersteller der sizilianischen Kleinstadt haben sich nämlich gemeinsam der Tradition verpflichtet. Schokolade wird in Modica noch mit jahrhundertealten Methoden hergestellt und hat so einige etwas eigenwillige Eigenschaften und einen ganz besonderen Charme. Während anderswo die Kakaomasse mit dem Zucker seit Ende des 19. Jahrhunderts immer feiner gewalzt wurde, blieb man in Modica dabei nur die Kakaobohnen zu einer groben Kakaomasse zu vermahlen. Diese Masse wird dann geschmolzen und Kristallzucker vermischt. Wegen der geringen Temperatur bleiben dabei die Zuckerkristalle erhalten und befinden sich später in der fertigen Schokolade. Wer noch nie Schokolade aus Modica probiert hat, wird beim ersten Anblick an einen Produktionsfehler oder falsche Lagerung denken: die Schokolade hat keinen Glanz, sondern besteht aus einer matten Schokoladenfarbe mit hellen Flecken von Kakaobutter und dazwischen immer wieder im Licht funkelnde Zuckerkristalle. Beisst man in die Schokolade knirschen die Zuckerkristalle und die grobe Kakaomasse. Die Zuckerkristalle schmelzen beim Genießen ganz anders als man es von normaler Schokolade gewohnt ist. Auch wenn die traditionelle Schokolade aus Modica nicht mit anderen Schokoladen vergleichbar ist, sie ist ein ganz besonderes Geschmackserlebnis.
Zurück zu dem kleinen Paket, dass uns aus Modica erreichte. Es kam von CioMod, einer der jüngsten Firmen die in Modica Schokolade produzieren. Das erst 2003 gegründete Unternehmen hat sich vorgenommen die uralte Tradition der Stadt modern umzusetzen. Moderne stilvolle Verpackungen unterstreichen diesen Anspruch. Die klassische Modica Schokolade wird bei CioMod in zahlreichen Sorten angeboten. Die Tafeln der Neropuro® Linie gibt es neben einer puren Variante in den Sorten Haselnuss, Peperoncino, Pistazie, Agrumi, Milch, Anice, Caffé, Mandel und Vanille. Die Grundschokolade ist dabei bei allen Sorten die gleiche 50%ige Zartbitterschokolade. Auch die Milchschokolade basiert auf dieser dunklen Schokolade, statt anderer Gewürze wurde hier Milchpulver zugegeben. Mit den Gewürzen geht man bei CioMod sparsam um, die Schokoladen geben nur einen fein abgestimmten Hauch davon ab. Nach meinem Geschmack bei den meisten Sorten in genau der richtigen Menge, so liefert die Peperoncino eine angenehme Schärfe, ohne das Schokoladenaroma zu überlagern. So gehört die Peperoncino zu meinen drei Favoriten bei CioMod. Dazu kommt die Pistazie und eine kleine Überraschung. Schokolade mit Haselnüssen ist meist nichts Besonderes, weshalb die Haselnuss von CioMod auch bis zum Schluss liegen blieb. Zu meiner Überraschung bot sie aber ein sehr schönes angenehme nussiges Aroma, das herrlich zur Schokolade von CioMod passt.
Ebenfalls im Paket von CioMod war auch eine Schachtel mit Pralinen. Wer gefüllte Pralinen erwartet, wird aber enttäuscht sein, bei den „Pralinen“ von CioMod handelt es sich um die gleichen Schokoladen wie bei den Tafeln, abgefüllt in kleine Pralinenförmchen aus Papier. Besonders edel verpackt ist der Schokoladenlikör, in einer aufwändigen Glasflasche mit feinem Ledermantel. Enthalten sind nur 0,2 cl Likör, der aber hat es in sich und bietet neben 17% vol. ein schönes samtiges Schokoladenaroma.
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