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Dänemark erklärt Fettsteuer nach einem Jahr für gescheitert

Arne Homborg
(13.11.2012)
Gerade einmal ein Jahr ist es her, dass Dänemark als erstes Land der Welt eine Steuer auf besonders fetthaltige Lebensmittel einführte. Jetzt will die Mitte-links-Minderheitsregierung das Projekt der konservativen Vorgängerregierung wieder abschaffen. Die Steuer, die unter anderem auf Schokolade, Butter, Sahne, Fleisch, Pizza und Fertiggerichte erhoben wird, sollte die Dänen zu gesünderem Essen erziehen. Das Einzige, was die Steuer bewirkte, war aber ein weiterer Einkaufstourismus in die Nachbarländer. Vor allem nach Schleswig-Holstein wichen viele Dänen zum einkaufen aus. Eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten wurde nicht erreicht. Dazu kam ein hoher Verwaltungsaufwand bei den Herstellern fetthaltiger Lebensmittel, die die zusätzlichen Verwaltungskosten an die Kunden weitergaben, was zusätzlich zur Verteuerung beitrug. Jetzt haben die großen Lebensmittelhändler bereits angekündigt mit Wegfall der Steuer die Preise wieder zu senken. Das Problem mit dem Übergewicht bleibt den Dänen also erhalten. Laut dänischer Gesundheitsbehörde sind rund 47 Prozent der Dänen übergewichtig, 13 Prozent gelten sogar als fettsüchtig.