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Elfenbeinküste: Illegale Kakaoplantagen bedrohen Affen

Arne Homborg
(11.04.2015)
Forscher warnen vor der zunehmenden Verdrängung von Primaten durch illegale Kakaoplantagen in der Elfenbeinküste. Das westafrikanische Land ist der Weltweit größte Kakaoproduzent und Kakao ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes. Wie Forscher im Magazin Tropical Conservation Science berichten, wurden im Zeitraum 2010 bis 2013 insgesamt 23 geschützte Waldgebiete untersucht. Dabei stellten die Forscher fest, das drei Viertel der Fläche in Anbaufläche für Kakao umgewandelt worden war. Dabei konnten sie auch nachweisen, dass die Umwandlung in Kakaoplantagen zur Vertreibung der Primaten führt. Die Umwandlung der geschützten Flächen in Plantagen ist laut den Forschern illegal. Erschwerend kommt hinzu, dass in der Regel der komplette Urwald abgeholzt wird und mit einigen wenigen Schattenspendern für die Kakaopflanzen wieder aufgeforstet wird. Zwar wird auch für andere Agrarprodukte geschützter Wald zerstört, aber laut der Untersuchung wird in 93 % der Fälle Kakao angebaut. 13 der 23 untersuchten Gebiete haben bereits ihre gesamte Primatenpopulation verloren, in fünf weiteren Gebieten wurde die Zahl auf die Hälfte reduziert. Neben der Umwandlung von Urwald um Kakao für den Export zu produzieren, sehen die Forscher vor allem die stark zunehmende Bevölkerungszahl und die unkontrollierte Jagd. Auch viele Flüchtlinge zerstören vorhandenen Wald um zum Überleben Landwirtschaft zu betreiben. Dazu kommt die politische Instabilität und Bürgerkriegswirren der vergangen Jahre die dazu geführt haben, dass kein aktiver Schutz für viele Gebiete mehr existiert.

http://www.tropicalconservationscience.org
Quelle: Tropical Conservation Science, Volume 8 (1): 2015
Cocoa farming and primate extirpation inside Cote d’Ivoire’s protected areas. E. Anderson Bitty, Sery Gonedele Bi, Jean-Claude Koffi Bene, Philippe K. Kouassi, W. Scott Mc Graw.