WICHTIGE INFORMATION zur Sommerzeit: Hier lesen

Irreführung bei Labeln wie Fairtrade und Rainforest?

Arne Homborg
(16.10.2012)
Die beiden Zertifizierungs-Unternehmen Fairtrade und Rainforest Alliance stehen wegen Besonderheiten ihrer Systeme in der Kritik. So wirft BBC der Fairtrade Organisation in Großbritannien vor, dass Schokoladenprodukte die das Fairtrade-Sigel tragen nicht unbedingt auch Fairtrade-Kakao enthalten. Der Grund dafür liegt in der Art der Siegelvergabe. Wenn ein Hersteller das Siegel für ein Produkt verwenden möchte, muss er nachweisen, dass er dafür ausreichend zertifizierten Kakao eingekauft hat. Ob dieser Kakao aber mit nicht zertifiziertem Kakao vermischt wurde, oder nur unzertifizierter Kakao verarbeitet wurde wird nicht kontrolliert. So kann es vorkommen, dass Fairtrade Schokoladenprodukte nur zum Teil aus Fairtrade-Kakao hergestellt wurden und der Konsument letztlich gar keinen Fairtrade-Kakao kauft. Fairtrade UK argumentiert, dass ein System zur Verfolgbarkeit des Kakaos vom Farmer bis zur Tafel zu aufwändig wäre. Das es Möglich ist, so ein System umzusetzen zeigt dagegen die Bio-Zertifizierung, auch bei Fairtrade wäre so ein System möglich, ist aber wohl wegen der Kosten von der Industrie nicht gewünscht. Das Unternehmen Rainforest Alliance sieht sich ebenfalls Vorwürfen ausgesetzt. Nicht überall wo das Siegel drauf ist, sei auch zertifizierter Kakao enthalten. Rainforest erlaubt Unternehmen in seinen Richtlinien das Siegel zu verwenden, wenn mindestens 30% zertifizierter Kakao eingesetzt werden. Außerdem müssen Unternehmen garantieren innerhalb von 5 Jahren komplett auf zertifizierten Kakao umzustellen. So kaufen auch hier Kunden zertifzierte Produkte, ohne tatsächlich zertifzierten Kakao zu erhalten.