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Nur für die Hälfte des zertifizierten Kakaos gibt es Prämien

Arne Homborg
(08.09.2014)
Theoretisch klingt es für Kakaobauern verlockend, die Zertifizierung der eigenen Plantagen nach den Regeln von Fairtrade, UTZ oder Rainforest Alliance soll Ihnen höhere Preise und Prämien einbringen, je nach Organisation zwischen 150 US$ und 200 US$ pro Tonne. So könnten die Lebens- und Arbeitsbedingungen auf den Plantagen deutlich verbessert werden. Auch sollte die Nachfrage nach zertifiziertem Kakao hoch sein, denn inzwischen haben die meisten großen Konzerne bekräftigt bis spätestens 2020 auf zertifizierten Kakao umsteigen zu wollen. Bislang sieht die Praxis allerdings schlechter aus. Deutlich weniger als die Hälfte des von Fairtrade, UTZ und Rainforest Alliance zertifizierten Kakaos wird auch tatsächlich als solcher zu höheren Preisen verkauft. Den Großteil der Ernte müssen die zertifizierten Kakaobauern mangels Nachfrage zu normalen Weltmarktpreisen verkaufen. Die Kosten für die Zertifizierung tragen sie trotzdem.

Kakaoindustrie in der Pflicht


Die Kakaobauern machen ihre Hausaufgaben und lassen sich zunehmend von unabhängigen Organisationen kontrollieren. Die Industrie muss jetzt ihre groß angekündigte Umstellung auf zertifizierten Kakao umsetzen, sonst geben die Kakaobauern die Umstellung wieder auf. Denn wer kaum einen Cent übrig hat, kann sich die Kosten und Arbeit für die Zertifizierung nur leisten, wenn er den zertifizierten Kakao auch als solchen verkaufen kann.
Die Umstellung angekündigt haben unter anderem die fünf Weltkonzerne Mars, Hershey, Ferrero, Mondelez und Nestlé. Diese fünf allein beherrschen 60 % des weltweiten Schokoladenmarktes. Würden sie ihre Ankündigung zügig umsetzen wäre auf einen Schlag der zertifizierte Kakao komplett verkauft.