Ritter Sport hält an Russland Geschäft fest und erntet Shitstorm

Schokoladenhersteller möchte nicht auf wichtigsten Absatzmarkt verzichten.

Arne Homborg
(31.03.2022)

Ukraine Kriegs-Edition

Der deutsche Schokoladenhersteller Alfred Ritter GmbH, bekannt für die Marke Ritter Sport, möchte weiter Schokolade in Russland verkaufen. Auf den zweitwichtigsten Absatzmarkt möchte das Unternehmen scheinbar nicht verzichten. Das Geschäft in Russland trägt mit 50 Millionen Euro Umsatz rund 10 Prozent zum Jahresumsatz von Ritter bei. Das Unternehmen argumentiert „ein Lieferstopp hätte unmittelbar negative Folgen für langjährige Mitarbeiter - und träfe vor allem unsere Kakao-Bauern in der Dritten Welt.“

Shitstorm - Quadratisch - Praktisch - Blut

Die Reaktion im Internet ist mehr als eindeutig, es gibt kein Verständnis für die Entscheidung des Unternehmens. Der Botschafter der Ukraine in Deutschland Andrej Melnyk postete auf Twitter „Quadratisch - Praktisch - Blut“, eine Abwandlung des bekannten Ritter Sport Werbeslogans „Quadratisch - Praktisch - Gut“. Dazu nebenstehende Fantasiesorte des Unternehmens, dass sonst selbst gerne ausgefallene Fantasiesorten veröffentlicht. Über diese dürfte Ritter Sport aber wenig erfreut sein.
Auch auf der Ritter Sport Seite und in weiteren Social Media Kanälen hagelt es Kritik am Verhalten von Ritter Sport, bis hin zu Boykott Aufrufen.

Auch Spende beruhigt nicht

Heute, 31.3.2022, hat das Unternehmen noch einmal unterstrichen den Kurs beizubehalten. Den Gewinn aus dem laufenden Russland-Geschäft möchte man humanitären Hilfsorganisationen spenden. Auch dafür erntet das Unternehmen umgehend scharfe Kritik und es wird weiter ein sofortiges Ende des Russland-Geschäftes gefordert.

Ritter Sport Ukraine Edition: Quadratisch - Praktisch - Blut
Das von Andrej Melnyk gepostete Bild, ursprünglich veröffentlicht von @BlancoWeiss