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Venezuela hat Kakaoexporte drastisch beschränkt

Arne Homborg
(19.04.2015)
Die Regierung in Venezuela soll die Zahl der Lizenzen für den Kakaoexport drastisch reduziert haben. Um Kakaobohnen aus dem südamerikanischen Land exportieren zu dürfen, brauchen Firmen und Farmer eine staatliche Lizenz. Laut dem venezolanischen Kakaoverband (Cámara Venezolana del Cacao) wurde die Zahl der vergebenen Lizenzen in den letzten Monaten stark begrenzt. Das soll bereits zu einem starken Rückgang der Exporte geführt haben. Rund 5.000 Tonnen Kakaobohnen sollen zur Zeit zwischengelagert werden, weil die Exporterlaubnis fehlt. Ein großes Problem für Händler und Farmer, denn eine längere Lagerung im tropischen Klima ist kaum möglich, über kurz oder lang verderben die Kakaobohnen. 5.000 Tonnen entspricht mehr als der Hälfte des Kakaoexportes Venezuelas, der bislang meist um 8.000 Tonnen pro Jahr lag. Für die Kakaofarmer ist das eine existenzbedrohende Situation. Sie würden die Einnahmen einer ganzen Saison verlieren.

International nur für Edel-Produzenten ein Problem

Für die Mehrheit der weltweiten Schokoladenhersteller hätte ein Ausfall der venezolanischen Ernte keinerlei Bedeutung. Die rund 8.000 Tonnen Kakao die jährlich aus Venezuela kommen sind nur ein Bruchteil der jährlich 4 Millionen Tonnen Welternte. Auf die Preisentwicklung bei Kakao und damit bei Schokolade hätten die Exportbeschränkungen also keinerlei Einfluss. Betroffen sind im wesentlichen die Hersteller von Edelschokolade. Der Kakao aus Venezuela gilt als einer der besten feinen Aromakakaos der Welt und wird von vielen Edelherstellern wie Domori, Amedei und Valrhona verarbeitet. Der Wegfall von rund 8.000 Tonnen würde im stark umkämpften Edelkakaomarkt sicherlich zu weiteren Preissteigerungen führen und einige Hersteller müssten die Produktion von Sorten aus venezolanischem Kakao einstellen.

Cámara Venezolana del Cacao: http://www.capecve.org