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Wer zahlt zukünftigen ISO Standard für nachhaltig Angebauten Kakao?

Arne Homborg
(21.04.2016)
Zur Zeit wird an einem internationalen Standard für den nachhaltigen Anbau von Kakao gearbeitet. Dieser soll klare Regeln aufstellen, wann ein Kakao als „nachhaltig angebaut“ gilt und wann nicht. Kritik daran kommt jetzt von der Internationalen Kakaofarmer Organisation (ICCFO). Deren Präsident Sakko Warren erklärte, die aktuellen Pläne würden die Kakaobauern weiter unter die Armutsgrenze drücken. Warren befürchtet die Kosten zur Einhaltung und Zertifizierung des neuen ISO Standards könnten an den Farmern hängen bleiben. Das wären noch einmal zusätzliche Kosten zu anderen Zertifizierenden wie UTZ oder Fairtrade. Die ICCFO fordert daher, dass die die den Standard wollen, auch dafür bezahlen müssen, also die Kakaoankäufer der Industrie.

Pläne noch in Arbeit

Verschiedene an der Entwicklung des ISO Standards beteiligte Organisation erklärten, dass der gesamte Standard noch in Arbeit sei und die Finanzierung der Umsetzung noch nicht geregelt ist. Es gibt Vorschläge, dass Industrieunternehmen den Kakaofarmern die Zertifizierung finanzieren und dafür zwar kein exklusives Kaufrecht, aber zumindest ein Vorkaufsrecht auf den Kakao erhalten. Alternativen wären garantierte Mindestpreise oder eine garantierte Mindestmenge zu einem festen Preis.

Kein neues Label für Kunden

Der neue ISO Standard soll kein neues Label für Verbraucher sein, sondern nur der Industrie dienen. Ein international einheitlicher Standard würde den Einkauf von nachhaltig angebautem Kakao vereinfachen und würde der Industrie einen anerkannten Standard unabhängig von Organisationen wie UTZ oder Fairtrade verschaffen. Trotz dieses Industrieansatzes wird es eine Arbeitsgruppe geben, die sich mit der möglichen Kennzeichnung für Verbraucher beschäftigen wird. Ob es dann ein weiteres Label geben wird, ist aber noch völlig offen.