Côte d'Ivoire senkt Farm Gate Preis für Kakao um 60%

9. März 2026 durch
Arne Homborg

Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste), das weltweit wichtigste Kakaoanbauland, hat den Einkaufspreis für Kakao um fast 60% reduziert. Der Einkaufspreis den Kakaofarmer für ihre Kakaobohnen erhalten, auch Farm Gate Preis genannt, wird in Côte d'Ivoire staatlich festgelegt. Der Kakaohandel und Export ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes und entsprechend umfangreich reguliert. Die Elfenbeinküste produziert etwa 45 Prozent der weltweiten Kakaoernte.

Der neue Farm Gate Preis liegt bei 1.200 CFA-Franc pro Kilogramm Kakaobohnen, umgerechnet in Euro und Tonne entspricht das etwa 1.800 Euro pro Tonne Kakao. Grund für die Preissenkung sind die zuletzt stark gefallenen Börsenpreise für Kakao. Mit 1.200 CFA-Franc liegt der Farm Gate Preis jetzt wieder auf dem Niveau von Anfang 2024 und davor. Die 1.800 Euro pro Tonne sind deutlich unter dem Existenzminimum für die Kakaofarmer und werden die Situation im Kakaoanbau in Côte d'Ivoire mit Sicherheit nicht verbessern. Der für Côte d'Ivoire ermittelte Living Income Reference Price (LIRP) beträgt 2.650 US$ pro Tonne, ungefähr 2.300 Euro pro Tonne und liegt damit 500 Euro pro Tonne über dem neuen Farm Gate Preis. Der LIRP ist der Preis, den Farmer bekommen müssen um den Unterhalt für ihren Betrieb, ihre Familien und die langfristige Sicherung des Betriebes finanzieren zu können.

Côte d'Ivoire soll aktuell Probleme haben die großen Lagerbestände in den Exporthäfen auf dem Weltmarkt zu verkaufen. Auch gibt es Berichte über Kakaofarmer die teilweise seit Monaten auf die Bezahlung für ihren Kakao warten. Damit verschärfen sich die strukturellen Probleme im Kakaoanbau in Westafrika erneut. Wie africanews berichtet könnte das ausbleibende Geld und der zu niedrige Preis dazu führen, das zahlreiche Farmer von Kakao auf andere Pflanzen umstellen, oder ihr Land an illegale Sand- oder Goldminen verkaufen.

Arne Homborg 9. März 2026
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