Kakaopreise fallen auf Zweijahrestief

Preis pro Tonne Kakaobohnen erstmals wieder unter 3.000 Euro
17. Februar 2026 durch
Arne Homborg

Nach zwei Jahren mit extrem starken Schwankungen und einem zwischenzeitlichen Höchstpreis von über 12.000 Euro pro Tonne, ist der Kakaopreis in den letzten Monaten wieder abgestürzt. In der vergangenen Woche notierte die Tonne Kakaobohnen erstmals seit zwei Jahren wieder unter 3.000 Euro.

Ursache und Prognose

Grund für die fallenden Preise sind ein Kakaoüberschuss (die Kakaoernte ist höher als der Verbrauch). Für das Erntejahr 2025/26 (Oktober 2025 - September 2026) liegen die Schätzungen für den Überschuss zwischen 250.000 Tonnen und 300.000 Tonnen. Neben dem Überschuss wird bislang für die wichtigsten Anbauländer Elfenbeinküste und Ghana auch eine bessere Qualität als in den Vorjahren erwartet. Auch für die folgende Erntesaison 2026/27 wird bislang von einem Überschuss ausgegangen.

Die Ursachen für den starken Preisanstieg und die extremen Preisschwankungen der letzten beiden Jahre wurden aber nicht behoben und so bleibt das Risiko für die Zukunft hoch. Strukturprobleme im Kakaoanbau mit seit Jahrzehnten chronisch unterbezahlten Kakaofarmern und die zunehmenden Folgen des Klimawandels machen Vorhersagen für die nächsten Jahre nahezu unmöglich. Für die Kakaofarmer bedeutet der Einbruch bei den Kakaopreisen und der Kakaoüberschuss, dass sie ihre Kakaobohnen nur zu wieder schlechteren Preisen, oder eventuell gar nicht verkaufen können. Zudem ist auch in den letzten Jahren nur ein Bruchteil der hohen Preise bei den Kakaofarmern angekommen. Die meisten Gewinne haben große Konzerne und Spekulanten gemacht.

Preise für Halbfabrikate und Endprodukte

Der Kakaopreis an der Börse ist nicht der Preis, den Kakaoverarbeiter und Schokoladenhersteller für Kakaobohnen bezahlen, die sie heute geliefert bekommen, sondern der Preis der für zukünftige Lieferung teils erst in 6 Monaten bezahlt wird. Daher fallen die Preise für Kakaohalbfabrikate und fertige Schokoladenprodukte wie Tafeln und Pralinen erst mit einigen Monaten Verzögerung. Bei den großen Halbfabrikateherstellern sind die Preise Ende letzten Jahres und Anfang diesen Jahres bereits gesunken, liegen aber noch deutlich über den Preisen von vor zwei Jahren.

Arne Homborg 17. Februar 2026
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