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BDSI fordert europäisches Lieferkettengesetz

Deutsche Süßwarenindustrie fordert europaweite Lösung statt nationaler Alleingänge

Arne Homborg
(30.09.2020)

Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI), der die Interessen deutscher Süßwarenhersteller vom Schokoladenhersteller über die Produzenten von Knabberartikeln bis hin zum Speiseeis vertritt, fordert ein europäisches Lieferkettengesetz. Nationale Alleingänge lehnt der BDSI ab. Die Einführung von Lieferkettengesetzen wird derzeit in zahlreichen europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, diskutiert. Ein solches Gesetz soll große Unternehmen verpflichten die Herkunft ihrer Rohstoffe zu kontrollieren und unter anderem sicherzustellen, dass diese unter Einhaltung der Menschenrechte produziert wurden.

Der BDSI fürchtet einen europäischen Flickenteppich unterschiedlichster Regelungen. So sollen in Frankreich Unternehmen mit Hauptsitz in Frankreich ab 5.000 Beschäftigten, sowie generell alle Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern unter das Gesetz fallen, dagegen richtet sich der Deutsche Gesetzentwurf an Unternehmen mit Sitz in Deutschland und mehr als 500 Beschäftigten. Nicht nur die betroffenen Unternehmen, auch die Inhalte der Gesetz und Entwürfe unterscheidet sich deutlich. So plant Deutschland Menschenrechte und Umweltschutz in das Gesetz aufzunehmen, während zum Beispiel die Niederlande bislang nur ein Gesetz bezüglich Kinderarbeit haben.

Neben einem Flickenteppich an Gesetzen fürchtet der BDSI auch zu große Belastungen für seine Mitgliedsunternehmen. Für kleine und mittlere Unternehmen sei es kaum möglich ständig alle Lieferketten vor Ort zu überwachen. Diese müssten sich zum Beispiel beim Einkauf zertifizierter Rohstoffe darauf verlassen können, das die Regeln eingehalten wurden. Zudem sei es den Firmen auch nicht möglich vor Ort die Einhaltung der Menschenrechte durchzusetzen. Dies ist laut BDSI eine Aufgabe der Politik die die Europäische Union gemeinsam am besten angehen könnte. „Die Europäische Union muss mit einer Stimme sprechen, um auf politischem Wege die Einhaltung der Menschenrechte in den Produzentenländern durchzusetzen. Kein Unternehmen kann die gesamten Herstellungs- und Lieferprozesse in seiner internationalen Lieferkette vollständig und permanent überwachen. Zudem ist eine Lieferkette kein statisches Gebilde sondern verändert sich fortlaufen“, so Bastian Fassen, Vorsitzender des BDSI.

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