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Elfenbeinküste senkt Farmgate Preis um 9 Prozent

Sinkende Nachfrage und gute Ernte sorgen für Preisverfall und machen den Farmern Probleme

Arne Homborg
(20.04.2021)

Schlechte Nachrichten für die Kakaofarmer im weltgrößten Kakaoanbauland Elfenbeinküste. Der staatlich festgelegte Ankaufspreis auf den Plantagen (Farmgate Preis) sinkt um 9 Prozent. Für die Zwischenernte erhalten die Farmer jetzt nur noch 1,35 $ anstelle von 1,80 $ pro Kilogramm getrockneter Kakaobohnen.

Ursachen für den Preisverfall

Gründe für die sinkenden Preise gibt es gleich mehrere. Zum einen wurde in der laufenden Kakaosaison bis jetzt bereits 2,8 Prozent mehr Kakaobohnen in den Exporthäfen angeliefert, als in der gleichen Vorjahresperiode. Insgesamt meldet der weltgrößte Kakaoproduzent bereits eine Ernte von 1,718 Millionen Tonnen. Gleichzeitig konnte die Elfenbeinküste deutlich weniger Exportieren. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sank der Export um 12 Prozent auf 882.852 Tonnen.

Grund für die Probleme beim Export ist die anhaltende Corona-Pandemie die zu einem Nachfragerückgang vor allem aus Europa geführt hat. Der Weltmarktpreis lag Ende März mit 2.347 $ pro Tonne auf dem niedrigsten Wert seit fünf Monaten.
Außerdem sehen einige Marktteilnehmer das Living Income Differential (LID) von 400 $ pro Tonne als Grund dafür, das Firmen lieber auf Kakao aus anderen Ländern zurückgreifen. Das LID wurde im vergangenen Jahr von der Elfenbeinküste und Ghana als Zuschlag auf den Kakaopreis eingeführt damit die Kakaofarmer einen Preis erhalten der den Lebensunterhalt sichert.
Positiv war nur die Entwicklung der Kakaoverarbeitung direkt vor Ort in der Elfenbeinküste. Die Kakaoverarbeiter meldeten  eine Verarbeitung von 293.000 Tonnen, ein Anstieg von 3,9 Prozent.

In Ghana bleibt der Preis stabil

Das Nachbarland Ghana hält seinen Farmgate Preis von ca. 1,84 $ noch bei. Aber auch Ghana meldet deutlich mehr Kakao und zwar 12,6 Prozent mehr (jetzt 748.162 Tonnen) als im Vorjahreszeitraum.