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Maschinenbauer F. B. Lehmann nach 181 Jahren geschlossen

Arne Homborg
(17.02.2016)
Das 1834 gegründete deutsche Traditionsunternehmen F. B. Lehmann hat zum 31.12.2015 den Betrieb eingestellt und sein Werk in Aalen geschlossen. Lehmann war einer der ältesten Hersteller von Maschinen und Anlagen zur Verarbeitung von Kakao und zur Herstellung von Schokolade. Die zuletzt 48 Mitarbeiter sind zum 1. Januar in eine Transfergesellschaft gewechselt.

„Ausgebeint und platt gemacht“

Mitarbeiter und Gewerkschaft sind sich einig, dass die Schließung zu vermeiden gewesen wäre. Nach der Übernahme von F. B. Lehmann durch Royal Duyvis Wiener im Jahr 2010 sei Lehmann „ausgebeint und platt gemacht“ worden, so Josef Mischko von der IG Metall. Der neuen niederländischen Muttergesellschaft sei es nur um das Know-how und den Kundenstamm gegangen, nicht um eine langfristige Entwicklung der neuen Tochtergesellschaft. So wurden nur ein Jahr nach der Übernahme 30 Stellen bei Lehmann abgebaut und der Vertrieb nach Royal Duyvis Wiener in den Niederlanden verlagert. Die 30 entlassenen langjährigen Mitarbeiter wurden dann in der Folge durch billigere Zeitarbeiter ersetzt. Deren Leistung war allerdings so schlecht, das man deutlich mehr Mitarbeiter benötigte und unterm Strich draufgezahlt hat. Auch am Vertrieb in den Niederlanden gab es Kritik. Dieser soll nicht aktiv genug gewesen sein und zudem lieber Anlagen von Royal Duyvis Wiener verkauft haben.
Für die Niederländer sieht die Sache naturgemäß anders aus. Man habe es nicht Geschäft die deutsche Tochter in die Gewinnzohne zu führen. Deshalb entschloss man sich im Oktober 2015 nach zwei Jahren mit Verlusten die Notbremse zu ziehen und F. B. Lehmann zu schließen. Für die Transfergesellschaft muss Royal Duvis Wiener nun über 3,5 Millionen Euro ausgeben. Der ehemalige Firmensitz von Lehmann in Aalen wurde bereits an eine Spedition verkauft.