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Nigeria leidet unter Corona und Black Pod

Probleme beim Export und mit Ausbreitung von Kakaokrankheiten

Arne Homborg
(14.08.2020)

Die Kakaofarmer und die Kakaowirtschaft in Nigeria kämpfen mit Einkommensrückgangen durch die weltweite Corona-Krise. Nigeria ist der Weltweit fünftgrößte Produzent von Kakao. Große Mengen Kakaobohnen liegen in den Lagerhallen des Landes und können nicht exportiert werden. Zum Teil bedingt durch einen Nachfragerückgang wegen der stark gesunkenen Kakaoverarbeitung, zum Teil auch weil der Export durch Beschränkungen in den Zielhäfen immer noch durch Corona Auflagen verhindert oder zumindest behindert wird. Dabei verlieren die Kakaobohnen in den Lagern weiter an Gewicht, was neben dem niedrigen Kakaopreis weitere Einnahmeausfälle bedeutet.

Keine Pestizide und Ausbreitung von Black Pod und Malaria

Nigerias Kakaofarmer beklagen außerdem fehlende Pestizide und kämpfen mit der Ausbreitung der Kakaokrankheit Black Pod (Phytophthora Pod Rot). Die Pilzkrankheit kann an Teile des Kakaobaums einschließlich der Früchte befallen und bedeutet auf betroffenen Plantagen Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent. Begünstigt wird die Ausbreitung in diesem Jahr durch starke Niederschläge in Nigerias Hauptanbaugebieten, denn der Pilz mag es gerne sehr feucht. Teilweise waren die Regenfälle so stark, dass es den Farmern nicht möglich war auf den Plantagen zu arbeiten. So rechnet man für 2020 bereits mit einem Rückgang der Ernte um 18 Prozent auf etwa 148.750 Tonnen. Ursprünglich war für dieses Jahr eine Ernte von 181.475 Tonnen erwartet worden.
In Teilen des Landes soll es außerdem zu starken Malaria Ausbrüchen gekommen sein, die viele Arbeiter der Plantagen getroffen hat und zu einem Mangel an Arbeitskräften geführt hat.