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Schweizer werfen der EU die Diskriminierung von Schweizer Schokolade vor

Arne Homborg
(11.09.2014)
Die Schweizer Hersteller von Schokolade und Käse bekommen die schlechte politische Stimmung zwischen der Europäischen Union und der Schweiz zu spüren. Am 13. Dezember tritt in der EU eine Bestimmung in Kraft, die die Angabe einer Adresse innerhalb der EU auf allen Lebensmittelverpackungen verlangt, bei der sich Kunden beschweren können. Praktisch bedeutet das, dass die Hersteller aus der Schweiz gezwungen werden, Niederlassungen in der EU zu gründen. Denn legt man die Richtlinie streng aus, so müssen auch die Verkäufe in der EU über eine EU Niederlassung erfolgen. Das bedeutet für die Firmen neben einem höheren Aufwand und extra Kosten auch den Verlust von Steuervorteilen. Wie Streng die Regeln ab dem 13. Dezember tatsächlich ausgelegt werden ist allerdings noch völlig unklar. Klar ist schon jetzt, Firmen mit Produkten ohne EU Adresse können mit Strafen belegt werden, oder die Produkte können schon vom Zoll bei der Einfuhr abgewiesen werden. Zwar laufen zur Zeit noch Verhandlungen mit dem Ziel, dass auch eine Schweizer Adresse ausreicht, ob und wann diese Verhandlungen erfolgreich enden ist aber nicht abzusehen.

Ein Problem vor allem für kleine Firmen

Für die großen Schweizer Konzerne wie Nestlé und die Migros Tochter Chocolat Frey ist das ganze kein Problem, weil sie ohnehin längst über Niederlassungen in der EU verfügen. Einige Mittelständler wie Camille Bloch und Maestrani haben aufgrund der neuen Regeln jetzt extra Niederlassungen gegründet. Kleinere Hersteller dürften aber mit den neuen Regeln vor größeren Problemen stehen.