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Streit über Fairness spaltet Fair Trade Bewegung

Arne Homborg
(01.01.2012)
Während in Deutschland in diesem Jahr der 20. Geburtstag der Fair Trade Organisation TransFair gefeiert werden soll, spaltet sich die internationale Fair Trade Bewegung auf. Fair Trade USA hat zum Ende des Jahres 2011 den internationalen Dachverband der nationalen Fair Trade Organisationen verlassen. Als Grund dafür nennen die Amerikaner die unfaire Ungleichbehandlung verschiedener Farmer. Während Tee, Bananen oder Rosen auch von großen Plantagen ein Fairtrade Siegel bekommen können, darf Fair Trade Kaffee, Kakao und Zucker nur von Kleinbauernorganisationen kommen. „In einem Modell, das versucht, die Armut zu bekämpfen (...) ist dieser systematische Ausschluss nicht länger akzeptabel“, so die US-Organisation auf ihrer Internetseite. Damit führt eine der zahlreichen „unfairen“ Punkte des Fair Trade Siegels zur Spaltung der Bewegung. Kritisch ist aber auch die Entwicklung in den USA abzuwarten. Fair Trade USA hat bereits einige strenge Regeln gelockert. So sollen Mischprodukte wie Eis bereits ab einem Fair-Trade-Anteil von 10% ein Siegel erhalten können (International sind es zur Zeit 20%). Insgesamt möchte Fair Trade USA den Umsatz mit Fair Trade Produkten deutlich steigern, das birgt die Gefahr, dass die Qualität des Siegels leidet. Es bleibt zu Hoffen, dass die Spaltung zu einem Wettbewerb um mehr Fairness und nicht um den Kampf um mehr Marktanteile führt, damit wäre die Trennung dann für die Bewegung auf Dauer ein Gewinn.