WICHTIGE INFORMATION zur Sommerzeit: Hier lesen

Streit um alte Sowjet Marken

Arne Homborg
(21.08.2013)
Die Sowjetunion ist längst Geschichte doch die alten Schokoladenmarken sind immer noch gefragt. So gefragt, dass es jetzt Streit darüber gibt, wer diese Marken benutzen darf. Das norwegische Unternehmen Orkla, das im Besitz einer alten Sowjetfabrik ist beklagt sich darüber, dass rund 70 % aller alten Marken im Besitz von United Confectioners sind und das Unternehmen keine Lizenzen vergibt. Die Orkla eigene Fabrik in Sankt Petersburg produzierte jahrzehntelang Sowjetmarken wie Mishka na Severe, Belochka, Osoby und Troika. Die Orkla Tochter Nadezhda Krupskaya feiert in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag und würde gerne wieder Sowjet-Marken anbieten.

Zur Geschichte der Sowjet Marken

Während der Sowjet-Zeit gab es in fast jeder Region der Sowjetunion Süßwarenhersteller. Sie produzierten alle die gleichen Marken nach den gleichen Rezepturen. Diese wurden von der sowjetischen Süßwarenorganisation bereitgestellt.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion konnten Unternehmen seit 1992 die exklusiven Markenrechte der alten Sowjetmarken erwerben. Das teilweise staatliche Unternehmen United Confectioners übernahm rund 70 % der Marken, darunter die bekanntesten wie Alyonka, Burevestnik, Lastochka, Korovka und Ptichiye Moloko.
In den folgenden 15 Jahren vergab United Confectioners noch Lizenzen an andere Unternehmen, die die alten Sowjetmarken verwenden wollten. Das Unternehmen stellte die Lizenzvergabe ein, als ein neues Gesetz die Möglichkeit gab, bei jeder Markenverletzung das Doppelte der Produktkosten als Strafe zu berechnen. Inzwischen soll United Confectioners rund 91 Millionen US$ aus solchen Verletzungen beanspruchen.