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Alte Schokolade auf Märkten verkauft statt entsorgt

Arne Homborg
(21.05.2013)
Ein Entsorgungsunternehmer und ein Händler aus Bielefeld stehen ab Morgen vor dem Amtsgericht Bielefeld. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet auf Verstoß gegen das Lebensmittelgesetz. Der Entsorgungsunternehmer hatte von einem Löhner Schokoladenhersteller nicht mehr zum Verzehr geeignete Schokolade erhalten die er in einer Biogasanlage verwerten sollte. Diese war dann allerdings auf verschiedenen Märkten wieder zum Verkauf angeboten worden. Bei der Schokolade handelte es sich um Rückstellproben, die aus der laufenden Produktion genommen wurden und über ein Jahr über das Mindesthaltbarkeitsdatum aufbewahrt wurden. Außerdem um Reste der aktuellen Produktion die nicht mehr verwendet werden konnten. Mit der Entsorgung in einer Biogasanlage wollte der Schokoladenhersteller die Reste noch einer sinnvollen Verwendung zuführen, statt diese in einer Müllverbrennungsanlage entsorgen zu müssen. In Biogasanlagen können Lebensmittelreste von Bakterien verwertet werden und so Strom erzeugt werden. Aufgedeckt wurde der Skandal durch den Geschäftsführer des Löhner Schokoladenherstellers selbst. Ausgerechnet ihm bot man auf einem Markt im Kreis Herford die alte Schokolade an. Anhand des Mindesthalbarkeitsdatums und der Chargennummer konnte er die Schokolade eindeutig identifizieren und informierte sofort die Behörden. Im Laufe der Ermittlungen kam es zu mehren Durchsuchungen und schließlich zur Anklage, da sowohl das Entsorgungsunternehmen, wie auch der Bielefelder Händler die Vorwürfe abstreiten. Der Entsorgungsunternehmer behauptet bislang, die Schokolade sei ihm gestohlen worden.