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Cailler Lifting ein Flop

Arne Homborg
(26.06.2006)
Im Februar hatte Nestlé in der Schweiz der Marke Cailler eine neue Verpackung verpaßt. Die von Stararchitekt Jean Nouvel entwickelte Designer-Verpackung war von Anfang an heftig umstritten, die Meinungen gingen von "Wunderbar" bis "unnötiger Verpackungsmüll". Schien dies zunächst den Absatz zu fördern, so meldet die 20 Minuten jetzt, dass der Absatz von Cailler im April um 25 % und im Mai um 32 Prozent eingebrochen ist. Gleichzeitig konnten die direkten Mitbewerber Lindt & Sprüngli, sowie die Chocolat Frey zulegen. Grund für den Umsatzrückgang dürfte auch der mit der neuen Verpackung verbundene höhere Preis gewesen sein. Einige Händler haben diesen jetzt bereits wieder reduziert.Insgesamt ein teures Vergnügen für Nestlé, die Lancierungskosten werden auf 10 Millionen CHF geschätzt, etwa 2 bis 3mal mehr als für Vergleichbare Aktionen in der Schweiz üblich ist. Bleibt die Frage, ob Nestlé an der neuen, teureren Verpackung festhalten wird. In Supermärkten und Discountern sind die Margen zu niedrig um unnötig viel für Verpackung auszugeben. Aber vielleicht kommt man ja bei Cailler auf die goldene Lösung: Die neue Verpackung bleibt. Der Inhalt wird auf das Niveau der Verpackung angehoben und die Schokolade zukünftig nicht mehr über Supermärkte sondern über den Fachhandel vertrieben. Das wäre dann mal wirklich etwas neues aus dem Hause Nestlé. Träumen kann so schön sein :-)