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Droht ein US-Embargo gegen Kakao aus der Elfenbeinküste?

Arne Homborg
(02.06.2015)
Zur Zeit läuft in den USA ein im Juli 2005 begonnenes Gerichtsverfahren gegen die Kakaoverarbeiter Nestlé, ADM und Cargill. Ausgelöst wurde das Verfahren ursprünglich durch drei Afrikaner, die behaupten als Kinder zur Arbeit auf Kakaoplantagen in der Elfenbeinküste gezwungen worden zu sein. Sie werfen den Konzernen vor an der Sklaverei beteiligt und sich durch den günstigeren Kakao auf Kosten der Sklaven bereichert zu haben. Eine direkte Beteiligung an der Sklaverei ist den Konzernen nicht nachzuweisen. Im Kern geht es daher um die Frage, ob die Konzerne mitschuldig sind, weil sie wussten, dass es in der Elfenbeinküste Sklaverei gibt. Sollten die Kläger gewinnen würde das bedeuten, dass die pure Existenz von Sklaverei in einem Land automatisch zur Mitschuld von Firmen führt, die dort einkaufen. US-Kakaoverarbeitern wäre es dann nicht mehr möglich in der Elfenbeinküste einzukaufen, sie müssten die Elfenbeinküste boykottieren um nicht wegen Beteiligung an Sklaverei verurteilt zu werden. Wie eine Entscheidung in dem Verfahren aussehen könnte, ist noch nicht absehbar. Zur Zeit wird über die Frage verhandelt, ob das Verfahren vor dem U.S. Supreme Court als höchste Instanz verhandelt werden soll. Hätten die Kläger Erfolg, würde das nicht nur für die US-Kakaoindustrie den Wegfall eines der wichtigsten Lieferanten bedeuten. Praktisch alle Branchen von Textil bis Elektronik die irgendwo auf der Welt unter illegalen Bedingungen produzieren, müssten sich auf Klagen einstellen.