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EU klagt gegen Italien wegen Diskriminierung von Schokolade

Arne Homborg
(30.06.2008)
Nachdem die Europäische Union durchgesetzt hatte, dass in der gesamten EU bis zu 5 % Fremdfette in Schokolade zugelassen sind, haben sich in zahlreichen Ländern Gegenbewegungen gefunden die auf reine Schokolade Wert legen. So auch in Italien, wo Hersteller von Schokoladen, die keine Fremdfette verwenden, ihre Produkte mit dem Label „cioccolato puro“ (z.d. „pure Schokolade“) kennzeichnen. Der Europäische Gerichtshof strengt nun gegen dieses Label eine Klage an. Laut EU Gerichtshof sei das Label diskriminierend.

Kommentar

Aus Verbrauchersicht sind Label wie die in Italien sehr Vorteilhaft, machen sie doch direkt deutlich, dass es sich um reine unverfälschte Schokolade handelt. Nur einige wenige Konzerne würden von einem Erfolg des EU Gerichtshofes profitieren, dass hier Lobbyisten am Werk sind scheint offensichtlich. Warum ein "reines Produkt" nicht als solches gekennzeichnet werden darf, dürfte Nichtjuristen unbegreiflich bleiben. Zumal niemand gezwungen ist Schokolade mit Austauschfetten anzubieten. Wer sich nicht wohlfühlt, wenn er gepanschte Schokolade anbietet, kann ja ohne weiteres auf unnötige Austasuchfette verzichten und sein Produkt dann ebenfalls als „cioccolato puro“ anbieten. Mehr zum Thema und weitere Label für reine Schokolade unter: http://www.theobroma-cacao.de/wissen/wirtschaft/gesetze/