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Gibt es bald "Fair light"?

Arne Homborg
(16.08.2013)
Es ist kein Geheimnis, dass es in der Weltwirtschaft nicht um Fairness geht und das es vor allem die Bauern in der dritten Welt sind, die dabei den Kürzeren ziehen. Die internationale Fairtrade Organisation versucht seit Jahrzehnten unter anderem den Kakao- und Zucker-Bauern zu Helfen. Schokoladenhersteller die mit dem Fairtrade Siegel werben möchten, müssen ihren Kakao und Zucker zu den Regeln von Fairtrade von den Bauern beziehen, dazu gehört unter anderem ein Mindestpreis. So sind die Regeln von Fairtrade zumindest fairer als die Regeln auf dem Weltmarkt. Jetzt möchte ausgerechnet die Fairtrade Organisation weniger fair werden um mehr Umsatz zu machen. Zwar stieg der Umsatz mit Fairtradeprodukten 2012 um 33 % auf 533 Millionen Euro, das aber reicht der Organisation nicht. Deshalb denkt die Organisation darüber nach, dass nicht mehr alle Zutaten für ein Mischprodukt wie Schokolade aus fairem Handel kommen müssen. Bisher gilt: gibt es eine Zutat im fairen Handel, muss diese auch fair gekauft werden. Bei Schokolade sind das zur Zeit Kakao, Zucker und die Gewürze Vanille und Zimt. In Zukunft, so die Überlegungen, soll es möglich sein mit "fair" zu werben, wenn nur eine der Zutaten aus fairem Handel kommt. Damit die Verbraucher dann noch zwischen Fair und "Halbfair" unterscheiden können, soll dazu ein extra Siegel eingeführt werden. Vom Verbraucher verlangt das, noch ein weiteres Siegel zu kennen. Neben dem relativ bekannten Fairtradesiegel gibt es auch immer mehr andere Siegel für nachhaltig angebauten Kakao wie zum Beispiel das UTZ-Siegel. Kaum ein Verbraucher kennt aber die Regelwerke die hinter den einzelnen Siegeln stecken und kann beurteilen wie "fair" oder "nachhaltig" solche Produkte tatsächlich sind. Ein weiteres Siegel macht die Sache nicht einfacher.