5 Süßwaren-Giganten gründen TogetherCocoa Initiative

Mars, Mondelez, Nestlé, Hershey und Lindt wollen gemeinsam für anständige Einkommen in Westafrika sorgen.
27. Februar 2026 durch
Arne Homborg

Fünf der größten Süßwarenkonzerne der Welt haben sich in Genf (Schweiz) zur TogetherCocoa Initiative zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie dafür sorgen, dass Kakaofarmer in Westafrika ein langfristig ausreichendes Einkommen erzielen können. In der Folge erhoffen sich die Konzerne davon, dass der Kakaoanbau langfristig zuverlässiger und widerstandsfähiger gegen Krisen wird. Gegründet wurde die Initiative von Mars, Mondelez, Nestlé, Hershey und Lindt, aber andere Schokoladen- und Süßwarenhersteller sind eingeladen sich an der Initiative zu beteiligen. Schon jetzt sind auch die Regierungen von Cote d'Ivoire und Ghana, sowie weitere Akteure des Kakaohandels beteiligt.

Armut, Menschenrechte und Klimawandel

Schon seit Jahrzehnten leidet der Kakaoanbau und die daran beteiligten Menschen durch zu niedrige Kakaopreise an andauernder Armut. Das führt zu zahlreichen Menschenrechtsverletzungen, angefangen bei unzureichender Arbeitsschutz über Kinderarbeit bis hin zu Fällen von Sklaverei.

Diese Zustände sind nicht nur für die Menschen im Kakaoanbau katastrophal, sie bedeuten durch mangelnde Investitionen auch eine stark anfällige Kakaoversorgung. Überalterte Plantage, mangelnde Schädlingsbekämpfung, keine Investitionen in Widerstandsfähigkeit gegen Klimawandelfolgen, das alles führt zu unberechenbaren Ernteausfällen und damit für die Industrie zu unkalkulierbaren Risiken. Das dürfte möglicherweise auch der eigentliche Hintergrund für die Entscheidung der Konzerne sein, jetzt gemeinsam die Ursache des Problems zu lösen. Denn die Unterbezahlung der KakaofarmerInnen ist kein neues Problem und bislang bestand seitens der Industrie kein wirkliches Interesse an einer Änderung. Zwar hatten die beteiligten Konzerne alle eigenen Programme um die Zustände im Kakaoanbau zu verbessern, diese dienten aber vorrangig dem Greenwashing der Konzerne und hatten vor Ort kaum Einfluss.

Initiative könnte die Wende für den Kakaosektor sein

Möglicherweise sorgt der steigende Druck auf die Konzerne, ihre Lieferketten frei von Menschenrechtsverletzungen zu halten und die zunehmenden Folgen es Klimawandels für die Erkenntnis, das man nicht länger auf dem Rücken der Farmer Profite machen kann. Der Ansatz gemeinsam etwas zu ändern könnte die Wende für den Kakaosektor bedeuten. Bleibt jetzt abzuwarten, wie die konkrete Arbeit der neuen Initiative läuft und ob weitere wichtige Branchengrößen beitreten.

Arne Homborg 27. Februar 2026
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