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Bundesregierung plant Nasch-Steuer

Arne Homborg
(14.05.2007)
Die Meldung
Die große Koalition aus CDU und SPD plant die Entwicklung eines Aktionsplanes "Fitt statt fett" der im Frühjahr 2008 vorliegen soll. Ein Bestandteil des Aktionsplanes ist die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Süßwaren auf 19 %. Insgesamt soll der Plan bei den Deutschen für mehr Bewegung und maßvollem Essen führen.

Der Kommentar
Sind Sie schon mal von einem Schokoriegel überfallen worden? Hat er sich heimlich angeschlichen, hat Sie angesprungen und ist in Ihren Mund eingedrungen nur um sich dann in Ihrem Magen und Darm in gemeines Fett zu verwandeln? Nein - das ist Ihnen noch nicht passiert? Dann sind Sie wahrscheinlich, zusammen mit der Mehrheit der Bundesbürger, der Meinung, dass Übergewicht durch falsche Ernährung und Bewegungsmangel entsteht und für seine Ernährung ist immer noch jeder selbst Verantwortlich. Böse Schokoriegel gibt es nicht, nur Menschen die nicht maßvoll mit ihnen umgehen können.
Für die Bundesregierung liegt die Verantwortung aber nicht bei den Menschen sondern  bei den Süßwaren. Mit einer höheren Mehrwertsteuer sollen jetzt alle bestraft werden, egal ob sie sich vernünftig oder unvernünftig ernähren. Glauben Sie, das ändert die  Ernährungsgewohnheiten? Ich glaube es nicht. Wenn ein Autofahrer bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung nicht mehr persönlich bestraft wird, sondern stattdessen die Kfz-Steuer für alle erhöht wird, dann reduziert das ganz sicher nicht die Geschwindigkeitsüberschreitungen.
Es liegt auf der Hand, dass eine Bestrafung nur dann wirkt, wenn sie den Täter direkt trifft. Warum will die Regierung dann aber nicht die Übergewichtigen in die Verantwortung nehmen, z.B. durch höhere Krankenkassenbeiträge? Ganz einfach, die Mehrheit der Deutschen ist der Meinung das es keine höheren Beiträge für Dicke geben sollte. Und damit wäre das fast so schlimm wie die Erhöhung der Bierpreise, die Wiederwahl wäre gefährdet.
Die Menschen bei einer ausgewogenen Ernährung unterstützen zu wollen ist richtig, aber man muss ihnen dabei auch ganz klar sagen, wer für die Ernährung letzten Endes die Verantwortung trägt: Jeder für sich selbst.